Bolloré lässt bei Aegis nicht locker

Mittwoch, 22. August 2007

Vincent Bolloré fehlt nur noch ein winziger Teil der Aegis-Aktien, dann muss seine französische Investorengruppe ein offizielles Übernahmeangebot für die Londoner Kommunikationsholding abgeben. Nachdem die Groupe Bolloré im vergangenen Jahr ihr Aktienpaket bei Aegis sukzessive bis auf 29,09 Prozent erhöht hatte, tat sich lange Zeit nichts. In der vergangenen Woche stockte das Unternehmen wieder auf und hält nun 29,86 Prozent. Laut britischem Börsenrecht, dem die Aegis-Holding unterliegt, muss ein Einzelaktionär ab der 30 Prozent-Marke ein offizielles Übernahmeangebot abgeben.

Dass Bolloré sein Aktienpaket bei Aegis nun weiter vergrößert, konterkariert die Prognosen einer Investmentbank. Noch vor wenigen Wochen ging UBS davon aus, dass Bolloré seine Aegis-Anteile "über kurz oder lang" komplett abstoßen werde. Stattdessen könnte Bolloré, der zum Freundeskreis des französischen Präsidenten Nicolas Sarcozy zählt, den Spieß jetzt umdrehen. Seit langem wird bereits darüber spekuliert, dass er die Aegis-Medianetworks Carat und Vizeum mit der Mediatochter MPG von Havas zusammenlegen will. Bolloré ist seit 2005 Chairman der Pariser Kommunikations-Holding.

Den Preis für Aegis, der derzeit bei mehr als 2,4 Milliarden Pfund liegt, könnte er sogar alleine aufbringen. Dennoch ist nicht ausgeschlossen, dass er sich bei einer möglichen Übernahme wieder mit der Londoner WPP-Holding verbünden wird, da sie schon in der Vergangenheit ihr gemeinsames Interesse an Aegis bekundet haben. WPP-Boss Martin Sorrell interessiert sich eigenen Angaben zufolge allerdings nicht für die Mediaagenturen von Aegis, sondern nur für deren Marktforschungsunternehmen Synovate. ejej



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