Bolloré hält an Aegis-Plänen fest

Donnerstag, 19. Juni 2008
Bleibt eisern: Vincent Bolloré
Bleibt eisern: Vincent Bolloré
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Vincent Bolloré Vizeum Cannes Krise Euro RSCG


Der französische Industrielle und Investor Vincent Bolloré will weiterhin versuchen, Vertreter seiner Gruppe in das Board von Aegis zu bringen. Dort ist Bolloré mit knapp 30 Prozent der Anteile der größte Einzelaktionär. Gleichzeitig ist er Eigentümer des Wettbewerbers Havas. Aus diesem Grund hat sich das Aegis-Management mehrfach dagegen ausgesprochen, Bolloré-Vertreter in die Führung der britischen Agenturholding (Carat, Vizeum) zu berufen. Die Begründung: mögliche Interessenkonflikte. Auch die Aktionärsversammlung von Aegis hat die Kandidaten von Bolloré bereits mehrere Male zurückgewiesen. Doch Bolloré lässt sich davon nicht beeindrucken: „Ich halte es für normal, dass wir als Großaktionär im Board vertreten sein wollen“, sagte Bolloré bei seiner alljährlichen Pressekonferenz im Rahmen des Cannes-Festivals.

Keinen Hehl machte er auch aus seinen Überlegungen, die beiden Gruppen enger zusammenzuführen. „Havas und Aegis wären eine gute Kombination. Aber es ist wie in der Liebe: Man braucht dazu zwei“, so Bolloré. Gleichzeitig betonte er, dass er in dieser Angelegenheit keine Eile habe. „Wir haben unseren Standpunkt erklärt und können warten.“

Für die Werbeindustrie sagt Bolloré keine rosigen Zeiten voraus. Die Finanzkrise werde sich auch auf die Kommunikationsbranche auswirken. Es sei zu erwarten, dass einige Unternehmen infolge der Turbulenzen auf den Finanzmärkten ihre Budgets kürzen. „Die Frage ist nicht, ob die Krise kommen wird, sondern, wie lange sie dauert.“ Für die Havas-Gruppe (Euro RSCG, MPG) sieht er einer möglichen Eintrübung indes gelassen entgegen. Havas sei gut aufgestellt und in der glücklichen Situation, nicht von Finanzinvestoren abhängig zu sein. Als privater Investor verfolge er eine langfristige Strategie. Die Groupe Bolloré engagiert sich nicht nur in der Werbung, sondern auch in anderen Bereichen. So ist die Holding an diversen Unternehmen in der Papier-, Transport- und Erdölindustrie beteiligt. Derzeit investiert Bolloré rund eine Milliarde Euro in die Entwicklung von Batterien für Elektroautos.
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