Bahnskandal: PR-Rat rügt Allendorf Media

Mittwoch, 09. September 2009
Heiko Kretschmer: "Allendorf verstieß gegen zahlreiche Kodizes"
Heiko Kretschmer: "Allendorf verstieß gegen zahlreiche Kodizes"

Der PR-Skandal bei der Deutschen Bahn hat weitere Konsequenzen für die Agentur Allendorf Media. Der Deutsche Rat für Public Relations (DRPR) sprach gegen den Dienstleister eine Rüge aus. Das Kontrollgremium begründet die Entscheidung mit bahnfreundlichen Beiträgen, die das Unternehmen im Auftrag der Bahn in Foren großer deutscher Online-Medien platziert hatte. Teilweise soll rund ein Viertel der Beiträge nicht authentisch gewesen sein. Zudem erstellte und verbreitete Allendorf vorproduzierte Medienbeiträge zum Thema Bahn, die unter anderen über die angeblich neutrale Plattform Zukunftmobil.de des Think Tanks Berlinpolis veröffentlicht wurden - ohne Nennung des Auftraggebers. Ferner wurden bahnfreundliche Medienbeiträge von Prominenten lanciert. "Jede dieser Aktivitäten stellt einen Verstoß gegen verschiedene Kodizes der Branche dar, insbesondere gegen das Transparenzgebot des DRPR zur Kontaktpflege im öffentlichen Raum", sagte Heiko Kretschmer, Vorsitzender der Beschwerdekammer II.

Die Deutsche Bahn, die Agentur Eppa und der Think Tank Berlinpolis hatten im gleichen Fall bereits Rügen erhalten. Zudem hatten zahlreiche Medien über den Fall berichtet und die beteiligten Firmen damit in Verruf gebracht. Der Generalbevollmächtigten für Marketing und Kommunikation bei der Deutschen Bahn Ralf Klein-Bölting verlor im Zuge der Affäre seinen Job. brö
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