Bahn-Affäre: PR-Rat rügt Berlinpolis

Mittwoch, 26. August 2009
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Deutsche Bahn Ulrich Klenke Daniel Dettling Allendorf


Die Affäre um verdeckte PR-Aktionen der Deutschen Bahn kommt noch einmal auf die Agenda. Der Deutsche Rat für Public Relations (DRPR) hat nach Rügen gegen die Bahn und die Beratungsfirma European Public Policy Advisors (EPPA) nun auch öffentliche Rügen gegen die beteiligte Agentur Berlinpolis und den gleichnamigen Think Tank ausgesprochen. Berlinpolis wurde vorgeworfen, als Subunternehmer von EPPA verdeckte Kommunikation für die Deutsche Bahn gemacht zu haben - unter anderem auf dem Onlineportal zukunftmobil.de. Die Bahn hatte zugegeben, solche Aktivitäten im Wert von insgesamt 1,65 Millionen Euro beauftragt zu haben. Ziel war es, die Pläne zur Privatisierung des Unternehmens ohne Nennung des Absenders medial zu unterstützen. Als Folge der Affäre musste der Konzernbevollmächtige für Marketing Ralf Klein-Bölting das Unternehmen verlassen. Sein Nachfolger wurde Ulrich Klenke.

Nach Auffassung des DRPR stellen die Aktivitäten von Berlinpolis einen Verstoß gegen verschiedene Kodizes der Branche dar, insbesondere gegen das Transparenzgebot des Rats zur Kontaktpflege im öffentlichen Raum. Herausgestellt wird, dass der Vorsitzende und Geschäftsführer von Berlinpolis Daniel Dettling - anders als zuvor die Verantwortlichen von EPPA - die Fragen des Gremiums "ausführlich und umfassend" beantwortet hat. Problematisch findet der Rat indes die fehlende Unterscheidbarkeit von Think Tank und Agentur Berlinpolis. Hier wird "dringend geraten", die Namensgleichheit abzuschaffen.

 Über die Vorwürfe gegen die ebenfalls in die PR-Affäre verwickelte Agentur Allendorf Media soll zu einem späteren Zeitpunkt entschieden werden. mam    
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