BA-Chef Gerster wegen Beratungshonorar für WMP kritisiert

Montag, 24. November 2003

Wieder macht eine Public-Affairs-Agentur mit negativen Schlagzeilen von sich reden: Ein Bericht der "Bild am Sonntag" über den Beratungsvertrag zwischen der Bundesanstalt für Arbeit (BA) und der Berliner Beratungsfirma WMP Eurocom schlägt in Politik und Medien seit dem Wochenende hohe Wellen. Demzufolge soll WMP-Chef Bernd Schiphorst 820.000 Euro Honorar von der BA bekommen haben. Kritisiert wird vor allem BA-Chef Florian Gerster, der das Honorar zu verantworten hat.

"Für ihre Leistung erhält WMP 2004 ein Pauschalhonorar von 820.000 Euro. Inwieweit WMP Bernd Schiphorst vergütet, ist der BA nicht bekannt", nimmt die BA in einer Pressemitteilung Stellung. Die Aufgaben der WMP EuroCom AG seien eine umfassende Bestandsaufnahme des gesamten Kommunikationsbereiches der BA, die Empfehlung einer Neuordnung sowie die Entwicklung eines integrierten Kommunikationskonzeptes, heißt es weiter.

Schiphorst, der neben seiner Vorstandstätigkeit bei WMP auch als Beauftragter des Vorstands für Kommunikation der BA fungiert, war unter anderem an der Auswahl der Agentur beteiligt, die die Kampagne zur Neupositionierung der BA gestalten soll. Ende Oktober hatte sich die Berliner Werbeagentur Scholz & Friends den Etat gesichert. Die Behörde soll ab dem kommenden Jahr unter dem Namen Bundesagentur für Arbeit firmieren. Für den neuen Auftritt soll ein achtstelliges Budget zur Verfügung stehen.

Ingesamt habe die Bundesanstalt für Arbeit im kommenden Jahr 42 Millionen Euro für Marketing-Maßnahmen, Informationskampagnen, Publikationen und Online-Dienste budgetiert. Von diesem Betrag seien 25 Millionen Euro für Marketing-Aktivitäten vorgesehen, die noch vom Verwaltungsrat nach Vorlage eines umfassenden Konzeptes freigegeben werden (Beschluss des Verwaltungsrates vom 14. November 2003), gibt die BA an. ems
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