B-Reel startet in Berlin / Ex-Heimat-Frau leitet Standort

Donnerstag, 07. Februar 2013
Jessica Valin übernimmt die Rolle des Executive Producers in Berlin (Foto: B-Reel)
Jessica Valin übernimmt die Rolle des Executive Producers in Berlin (Foto: B-Reel)

In der internationalen Kreativszene gilt die Produktionsfirma B-Reel schon lange nicht mehr als Geheimtipp. Digitale Arbeiten wie "Wilderness Downtown" und "Chrome Fastball" für Google, mit denen die Schweden 2011 unter anderem in Cannes abräumten, sprechen Bände. Nun nimmt B-Reel Kurs auf Deutschland und eröffnet Mitte Februar ihre erste Dependance in Berlin. Geleitet wird der neue Standort von Jessica Valin, die vom Ortsnachbar Heimat kommt. Die 32-jährige gebürtige Schwedin arbeitete seit 2009 in der Agentur um Kreativchef Guido Heffels als Producerin, entwickelte während dieser Zeit hoch dekorierte Arbeiten wie die "Ecosphere" für den Nachrichtensender CNN und "Das Angesicht des Marathons" für Adidas. Valin startet mit einem siebenköpfigen deutsch-schwedischen Team. Mittelfristig soll die Mitarbeiterzahl erhöht werden. Die Zelte schlägt B-Reel Berlin zunächst in den Räumen der befreundeten Postproduktion NHB in der Brunnenstraße auf. Im Herbst sollen dann die eigenen vier Wände bezogen werden.

Erste Kontakte zu deutschen Kunden gab es bereits. Aufträge von Rewe und Mazda hat das Produktionshaus umgesetzt, zusammen mit Ogilvy One in Frankfurt entstand im vergangenen Frühjahr das Online-Experiment "Stimmungsbild" für die Telko-Marke O2 (HORIZONT13/1012).

Welche weiteren Kunden folgen könnten, will B-Reel noch nicht verraten. Man habe aber "schon viele Anfragen bekommen", so Anders Wahlquist, CEO und Mitgründer von B-Reel. Das Deutschland-Büro startet als Fullservice-Haus, produziert also sowohl digitale Kampagnen als auch Werbespots. Es ist das fünfte Büro neben Stockholm, Los Angeles, New York und London. jm

Lesen Sie auf der nächsten Seite ein Kurzinterview mit Anders Wahlquist, CEO von B-Reel

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Anders Wahlquist, B-Reel-CEO

Warum eröffnen Sie in Berlin ein Büro? "Wir bekommen mehr und mehr Anfragen von deutschen Agenturen. Mit rund 80 Millionen Einwohnern und dem Status des Motors der europäischen Wirtschaft stellt Deutschland einen Markt dar, in dem wir präsent sein sollten. Meine Gründerkollegen und ich sind Fans von dem Land und seinen Leuten. Deswegen freuen wir uns sehr über das Berliner Office."

Warum braucht die deutsche Kreativszene B-Reel? "Wir stehen für die Kombination aus Storytelling und Technologie und verfügen über 13 Jahre Erfahrung im Kreieren digitaler Arbeiten. Aktuell sehe ich kein Unternehmen, das dieses Knowhow in ähnlicher Form bietet."

Finden Sie, dass hier ein Knowhow-Mangel in Bezug auf digitale Kreation herrscht? "Wir haben uns immer darauf fokussiert, in Städten oder Regionen präsent zu sein, in denen Agenturen großartige digitale Arbeiten realisieren, wo Unternehmen und Menschen offen sind für digitale Markenerlebnisse. Berlin und Deutschland befinden sich nun dort, wo London vor 3-4 Jahren, New York vor 5 Jahren und Schweden noch ein bisschen davor lagen."

Seit wann planen Sie eine Niederlassung in Deutschland? "Wir beobachten den deutschen Markt schon seit 2000. Aber nun haben wir die richtige Person gefunden, um den Plan in die Tat umzusetzen. Außerdem hat sich die digitale Kreativszene in den vergangenen Jahren enorm entwickelt."

B-Reel hat bereits groß bei internationalen Kreativwettbewerben abgeräumt. Auf welcher Kampagne liegt Ihre Hoffnung im Kreativjahr 2013? "Bei unserer Arbeit mit Pereira O'Dell für Intel und Toshiba "The Beauty Inside" sehen wir Potenzial. Auch "Google Web Labs" könnte große Chancen haben." Interview: Jessica Mulch
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