Award-Debatte: Jetzt spricht der Kommunikationsverband

Montag, 19. November 2012
Der Kommunikationsverband steigt in die Debatte über Ranking-Systeme ein
Der Kommunikationsverband steigt in die Debatte über Ranking-Systeme ein

Mit seiner Wahl zum Präsidiumssprecher des Art Directors Club für Deutschland (ADC) vor einer Woche will  Stephan Vogel auch gleich ein Zeichen in der aktuellen Debatte um den Awardwahnsinn seiner Branche setzen. Nur noch fünf Wettbewerbe will der Kreativchef von Ogilvy & Mather in ein eigenes neues ADC-Ranking einfließen lassen. Was der Kommunikationsverband, Veranstalter der Klappe und des Best of Business to Business Award, von Vogels Vorschlag hält, macht Geschäftsführerin Katharina Stinnes in einem Gastbeitrag in HORIZONT.NET deutlich.
Katharina Stinnes, Geschäftsführerin des Kommunikationsverbandes
Katharina Stinnes, Geschäftsführerin des Kommunikationsverbandes
"Es ist an der Zeit, dass sich mal ein Veranstalter bei dieser Diskussion zu Wort meldet. Es ist dem Kommunikationsverband gelungen, seit 33 Jahren die Kreativ- und Kommunikationsleistungen aus der DACH Region mit relevanten Awards disziplinübergreifend zu beleuchten. Aus Sicht des Veranstalters von KLAPPE (33 Jahre) & Best of Business to Business Award (15 Jahre) macht eine Reform des Ranking-Systems absolut Sinn. Deshalb unterstützen wir die Initiative des ADC.

Medien, Agenturen, Kreative und Verbände müssen jetzt an einen Tisch, denn das Award-System aussagekräftig zu reformieren, ist die große Chance des Momentes. Das Awards wieder ihre eigentliche Aufgabe als relevante Marktorientierung für Auftraggeb er, aber durchaus auch für die Personalentwicklung auf Agenturseite erfüllen, das muss das gemeinsame Ziel sein .

Dabei ist aus Sicht des Kommunikationsverbandes alleine an der Zahl zu drehen, zu kurz gesprungen. Zugegeben, 68 Awards im Ranking bei HORIZONT (Anm. der Redaktion: HORIZONT berücksichtigt im Kreativranking NUR 44 Wettbewerbe) ist heftig, aber nur fünf internationale Veranstaltungen, wie der ADC vorschlägt??? "Reduce to the max" darf nicht bedeuten, dass die Arbeiten von kleineren Agenturen, keinerlei Plattform mehr haben. Wenn sich das System nur noch auf die fünf vom ADC vorgeschlagenen Wettbewerbe konzentriert, wird es, was die Einreichungsgebühren angeht, für die großen Agenturen günstiger. Für die anderen ändert sich wenig. Bis auf die Tatsache, dass ihre Chance überhaupt irgendwo in einem Ranking aufzutauchen, gelöscht wurde. Die Kunst wird also darin besteh en, ein ausgewogenes System, ob AAA Ranking oder International und National, zu entwickeln, bei dem nicht automatisch 80% der Dienstleister durch das Raster fallen.

Seit 33 Jahren wirbt die KLAPPE mit steigenden Einreichungszahlen für das Best of Bewegtbildkommunikation aus der DACH Region - und es sind bei weitem nicht immer die großen Agenturen, die bei der KLAPPE Gold gewinnen, jedoch aber immer ECHTE Arbeiten, die ausgezeichnet werden! Und das von einer Jury, die mit Top Kreativen, Produktionen und Marketing Professionals besetzt ist.

Dies gilt auch für den BoB "Best of Business-to-Business Communication Award. Seit 15 Jahren reichen hier im Durchschnitt 200 verschiedenen Agenturen ihre Arbeiten ein. Und auch wenn das Mediainvest klein war, kann die Arbeit Gold gewinnen, denn die Idee, die Umsetzung und das Ergebnis müssen die Juroren überzeugen. Wie kein anderer Award der B2B Kommunikation lebt der BoB übrigens davon, dass die Marketingentscheider auf diesen Award Wert legen und ihn seit Jahren engagiert unterstützen. Und das, obwohl er nur 2 mit Bewertungspunkten gelistet ist.

Wir plädieren für das Beleuchten der Veranstaltungen auf Seriosität und eigene Strahlkraft! Mit anderen Worten - ist der Award ein Gütesiegel? Um nur einige wichtige Aspekte zu nennen: Steht die Auszeichnung für Markttransparenz, werden viele Arbeiten von heterogenen Dienstleistern aus den verschiedensten Branchen eingereicht? Sind es echte Ideen bzw. Arbeiten, die bewertet und ausgezeichnet werden? Verhindert die Kompetenz und Objektivität der Jury die Prämieru ng von "Goldideen"? Ist die Jury unpolitisch und heterogen = betrachtet sie die Arbeiten nicht nur aus der Kreativbrille, sondern auch aus Sicht der Markenbotschaft und der Zielgruppenaffinität.

Als Kommunikationsverband stehen wir auf dem Standpunkt, dass wir gemeinsam mit den Medien heute die riesen Chance haben, unsere Award-Landschaft so zu reformieren, dass das Ranking wieder zu dem wird, als was es mal gedacht war - ein Benchmark für Auftraggeber und Dienstleister mit einem nationalen und einem internationalen Fenster zu Orientierung bei der Auftragsvergabe!

Ob die Antwort ein AAA Ranking oder International und National Awards ist, wird man diskutieren müssen. Der Kommunikationsverband wird sich sehr gerne an dieser Diskussion beteiligen!"
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