Auch Publicis wird von der Euro-Krise erwischt - und schwächelt in Deutschland

Freitag, 20. Juli 2012
Publicis-Chef Maurice Lévy
Publicis-Chef Maurice Lévy

Neben der US-Werbeholding Omnicom, deren Geschäft in der Euro-Zone zuletzt um fast 13 Prozent eingebrochen war, merkt auch Wettbewerber Publicis die Krise in Europa. Im 2. Quartal schrumpfte das Geschäft des Konzerns, zu dem Werbenetworks wie Publicis Worldwide, Saatchi & Saatchi und Leo Burnett sowie die Media- und Digitalgruppe Vivaki gehören, in dieser Region um 1,7 Prozent. Dabei weist Publicis anders als Omnicom die Märkte der Euro-Zone nicht separat aus. In den Zahlen für Europa steckt also auch das Ergebnis von Großbritannien (plus 4 Prozent) und von anderen europäischen Märkten, die nicht den Euro als Währung haben. Würde man nur die Länder der Euro-Zone betrachten, dürfte sich ein anderes - schlechteres - Bild ergeben.

Bemerkenswert: Publicis nennt sogar den als stabil geltenden deutschen Markt in einem Atemzug mit Italien und Spanien als Beispiel für Märkte, in denen sich das Wachstum abgeschwächt hat - wenngleich die Holding erklärt, dass der Negativtrend in den südeuropäischen Ländern stärker zu spüren ist. Allerdings gehört auch Deutschland zu den Staaten, in denen Publicis sowohl im 2. Quartal als auch im 1. Halbjahr 2012 einen Umsatzrückgang hinnehmen musste. Deutlich zugelegt (mehr als 10 Prozent) hat die Gruppe dagegen unter anderem in China, Brasilien und Indien.

Unter dem Strich ergibt sich für das 2. Quartal ein organisches Wachstum von 1,6 Prozent. Betrachtet man das 1. Halbjahr, konnte Publicis um 2,8 Prozent auf 3,08 Milliarden Euro zulegen. Der Nettogewinn beträgt 275 Millionen Euro, ein Plus von 19 Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum. Das Umsatzwachstum liegt aber spürbar unter den zuletzt erzielten Zuwachsraten. "Unser organisches Wachstum hat sich im 2. Quartal - so wie wir es im Februar angekündigt haben - abgeschwächt. Die Ursache dafür sind im Wesentlichen Einmaleffekte", sagt Konzernchef Maurice Lévy. In diesem Zusammenhang verweist er auf den Verlust des Media- und Search-Etats von General Motors sowie die aktuelle Flaute im US-Healthcare-Geschäft.

Für das 3. Quartal und den weiteren Verlauf des Jahres gibt sich der Publicis-Chef trotzdem zuversichtlich. "Wir werden zu höheren Wachstumsraten zurückkehren, die deutlich näher an unserer gewohnten Performance liegen", sagt Lévy. Aus diesem Grund hält er auch an der positiven Prognose für das Gesamtjahr fest - trotz der weiterhin unsicheren wirtschaftlichen Situation speziell in Europa. mam            
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