"Attacke auf Abzocker": Jochen Rädeker kündigt ADC-Designranking an

Freitag, 08. Februar 2013
Jochen Rädeker im HORIZONT-Interview (Foto: Strichpunkt)
Jochen Rädeker im HORIZONT-Interview (Foto: Strichpunkt)

Seine Diagnose ist unstrittig: Das Angebot an Kreativwettbewerben ist kaum zu überblicken, ebenso wenig die Gebühren und Kosten. Seit Jahren kämpft Strichpunkt-Chef und ADC-Aktivist Jochen Rädeker für Transparenz und Fairness im Award Business. Dem vieldiskutierten ADC-Ranking soll nun eine weitere Rangliste folgen: das ADC-Designranking, das nur wenige Awards berücksichtigen wird. Der ADC vereint Werber und Designer. Dennoch hat der Club ein Kreativranking veröffentlicht, das keinen einzigen Designwettbewerb listet. Wollen Sie die Designer verprellen? Rädeker: "Natürlich nicht. Das wäre fatal und würde mich als Designer ja selbst treffen. Es wird ein spezielles Designranking geben – und zwar bald. Daran arbeiten wir bereits."

Warum lassen sich Design und Werbung nicht in einem Ranking abbilden? "Spezialisten – und ich rechne uns Designer dazu – haben im Ranking der Generalisten kaum Chancen. In der Regel machen die Hamburger, Berliner und Münchner Großagenturen wie Jung von Matt, Heimat und Serviceplan die ersten 20 Plätze unter sich aus; erst dann folgen vereinzelt jene Top-Design-Spezialisten, die glücklicherweise in Cannes einen goldenen Löwen oder beim ADC einen Grand Prix gewonnen haben. Ein solches Ranking hat für den Designbereich keine Aussagekraft."

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Das vollständige Interview mit Jochen Rädeker lesen Sie in der aktuellen HORIZONT-Ausgabe 6/2013 vom 7. Februar.

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Welche Aussagekraft hat denn das ADC-Werberanking? Es lässt lediglich einen deutschen Wettbewerb gelten – den eigenen. Hat das nicht ein Geschmäckle? "Der ADC ist eine Vereinigung unabhängiger Kreativer. Möglichst viele Nägel gewonnen zu haben, ist keine Voraussetzung, dem Club anzugehören, die kreative Exzellenz und ein kritisches Urteilsvermögen hingegen sehr wohl. Die meisten deutschsprachigen Juroren der großen nationalen und internationalen Wettbewerbe sind auch Mitglied im ADC, das schließt sich ja nicht aus – im Gegenteil. Ich bin mir sicher: Die Elite der Kreativen ist in der Lage, fair über alle Wettbewerbe zu befinden."

Wirklich? Dass der ADC Teil des Wettbewerbsbusiness ist, halten Sie für kein Problem? "Nein, denn er ist nicht gewinnorientiert und damit kein Teil des Business. Der ADC ist ein streitlustiger Verein von Menschen, die für kreative Qualität einstehen. Er ist nicht primär Wettbewerbsveranstalter." Interview: Fabian Wurm
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