Arbeitsmarkt für Werber erholt sich / Krisenjahr hat Spuren hinterlassen

Mittwoch, 04. August 2010
Es gibt wieder mehr Jobangebote für Werber
Es gibt wieder mehr Jobangebote für Werber

Dominik Veken, Ralph Poser, Carl-Philipp Mauve, Karen Breitenbücher: Das ist nur eine kleine Auswahl von Werbern, die in diesem Jahr ihren Job verloren, einen neuen angetreten haben oder vorübergehend von der Bildfläche verschwunden sind. Die Agenturen sind gerade dabei, ihr Personal-Tableau kräftig durchzuschütteln, es herrscht wieder Leben an der Personalfront. Auch die aktuellen Zahlen des Zentralverbands der deutschen Werbewirtschaft (ZAW) erzählen die Geschichte einer durchgreifenden Erholung am Arbeitsmarkt. Demnach stiegen die Jobofferten in der Werbebranche im 1. Halbjahr um 31 Prozent (siehe HORIZONT 31/2010). Die Medien stockten ihr Angebot um 30 Prozent auf, die Agenturen - bei weitem wichtigste Arbeitgeber der Branche - gar um 46 Prozent. Nur die Unternehmen stehen weiter auf der Bremse und reduzierten ihre Stellenangebote noch mal um 7 Prozent - was ein grelles Schlaglicht darauf wirft, welches Standing das Marketing in den Unternehmen derzeit genießt.

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Die vollständige Geschichte lesen Sie in HORIZONT-Ausgabe 31/2010, die am Donnerstag, 5. August, erscheint.

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Überhaupt: Allzu genau sollte man sich die aktuellen ZAW-Zahlen nicht anschauen, wenn man sich die Jubelstimmung nicht vermiesen lassen will. Toll sind die Daten nämlich vor allem deshalb, weil die Vergleichszahlen vom Jahr zuvor so grottenschlecht ausgefallen waren. Im 1. Halbjahr 2009 war die Suche nach Werbefachleuten um katastrophale 37 Prozent abgesackt. Bedenklich ist auch, dass in fast jeder dritten von den Werbeagenturen geschalteten Stellenanzeigen ein Praktikant gesucht wird.

Immerhin, und darauf weist ZAW-Sprecher Volker Nickel zu Recht hin: Ganz so brutal, wie man 2009 auf dem Höhepunkt der Wirtschaftskrise befürchten musste, hat es die Werbebranche dann doch nicht getroffen. Weder ist von einer Insolvenzwelle zu berichten noch von Entlassungen im ganz großen Stil - dafür aber von einer erstaunlich schnellen Erholung. Die Auftragsbücher sind wieder halbwegs gut gefüllt, die Umsätze ziehen an und von Kurzarbeit spricht kaum jemand mehr. Nur die Renditen sind weiter unter Druck - und damit auch die Gehälter. js

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