Alter Heizlüfter gegen den Hunger - Mediaman entwickelt den "Rezepte-Dshini"

Mittwoch, 10. April 2013
So sehen die ausgedruckten Rezepte des umgebauten Heizlüfters aus (Foto: Mediaman)
So sehen die ausgedruckten Rezepte des umgebauten Heizlüfters aus (Foto: Mediaman)

Der Magen knurrt erbärmlich? Aber die Kantine hat längst zu. Und beim anschließenden Besuch im Supermarkt stolpern Sie nur ratlos durch die Gänge und haben keinen Plan, was Sie kochen könnten? Klar, jetzt liegt der Blick in eine der vielen Kochapps für Smartphones nahe. Doch die Mainzer Agentur Mediaman hat eine ungewöhnliche Alternative parat. Und die macht definitiv mehr Spaß! "Rezept-Dshini" nennt das Agenturteam aus ITlern, Designern und Konzeptern um Kreativchef Andreas Quaisser seine Erfindung. Dshini steht dabei als Ausdruck für Selbstgebasteltes in Anlehnung an den Online-Marktplatz dshini.net. Bei dem "Rezept-Dshini" handelt es sich auf den ersten Blick um einen antiken Heizlüfter deutlich älteren Semesters der Marke Fakir. Doch beim genaueren Hinsehen wird klar: Das Gerät kann noch mehr. Je nach Gelüsten des Bedieners überlegt sich die Maschine ein passendes Rezept und druckt es praktischerweise anschließend zusammen mit der Einkaufsliste auf einen Abreisszettel.

Hinweise auf den aktuellen Appetit des Users erhält das Gerät über zwei Stellknöpfe. Mit dem einen kann der Benutzer zwischen "vegan", "vegetarisch", "Fisch" und "Fleisch" wählen. Der zweite Schalter besitzt die Parameter "exotisch", "deftig", "mediterran", "leicht", "basic" und "überraschend". Insgesamt sind aktuell knapp 150 Rezepte hinterlegt, die Datenbank werde permanent erweitert, so Mediaman-Designer Meik Mense.

In seinem früheren Leben war das Gerät ein Heizlüfter (Foto: Mediaman)
In seinem früheren Leben war das Gerät ein Heizlüfter (Foto: Mediaman)
Bislang gibt es erst ein Exemplar des automatischen Kochprofis. Und das steht in der Mainzer Agentur. Doch wer sich selbst einen solchen "Rezept-Dshini" bauen möchte, der findet Technikbeschreibung und Anleitung im Mediaman-Blog. Die Agenturmitarbeiter nutzen das Gerät fast jeden Tag, verrät Mense. "Verglichen mit dem starren Blick auf einen gläsernen Touchscreen, macht die Bedienung des Dshinis definitiv mehr Spaß", ist sich das Team sicher.

Entstanden ist die Idee zu dem Gerät im Rahmen der internen Initiative "Little Creative Projects", die von Quaisser ins Leben gerufen wurde. Die Idee dahinter: Agenturmitarbeiter sollen ihre Hobbys und Freizeitbeschäftigungen als Inspiration mit in die Agentur einbringen und dort weiterentwickeln. Bei regelmäßigen Treffen werden Vorschläge gemacht. Aus diesem Ideenpool wählt dann das Team das Projekt aus, das als nächstes realisiert werden soll. Den Anfang machte im Herbst 2010 die Aktion "Puppennähen für Amnesty International", im Juni 2012 folgte die Neuauflage des Spieleklassikers "Teletennis" als Open-Street-Version. jm
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