Aleksander Ruzicka will aussagen

Montag, 20. Oktober 2008
Aleksander Ruzicka will aussagen
Aleksander Ruzicka will aussagen

Im Untreueverfahren gegen die beiden früheren Aegis-Manager Aleksander Ruzicka und David Linn will der Hauptangeklagte Ruzicka neun Monate nach Prozessbeginn nun eine Aussage machen. Seine Verteidigung teilte heute vor Gericht mit, dass sich der 47-Jährige am kommenden Freitag zu den gegen ihn erhobenen Vorwürfen äußern möchte. Dafür seien rund drei Stunden nötig, so die Anwältin von Ruzicka. Ob es tatsächlich zu einer Aussage des früheren Mediaagenturchefs kommt, ist unklar. Die Staatsanwaltschaft lehnt den Termin am Freitag ab. Zum einen, weil Oberstaatsanwalt Achim Thoma am Freitag nicht anwesend ist, zum anderen, weil bereits Zeugen geladen sind. Auch das Gericht äußerte sich in einer ersten Reaktion eher skeptisch, ob es schon am Freitag zur Vernehmung Ruzickas kommen kann. Eine endgültige Entscheidung darüber soll am morgigen Dienstag fallen.

Interessant am heutigen Verhandlungstag war auch, dass die Staatsanwaltschaft eine Abtrennung des Verfahrens gegen David Linn angeregt hat. Ein formeller Antrag wurde allerdings nicht gestellt. Linn habe sich mehr oder weniger geständig gezeigt und es sei ihm kaum noch zuzumuten, weiter Teil dieses Verfahrens zu sein, so Staatsanwalt Wolf Jördens. Die Kammer unter Vorsitz von Richter Jürgen Bonk erklärte, dass sie das Anliegen zwar nachvollziehen könne, sich an den Argumenten, die gegen ein Abtrennung sprächen, aber nichts geändert habe. Dies sind vor allem prozessuale Gründe.

Bei den heutigen Zeugenvernehmungen ging es zunächst noch einmal um die Datenlöschungen bei der Firma Emerson FF, später sagte eine Architektin aus, die für Ruzicka in Kulmbach, Ungarn und Südafrika tätig war. Bei ihrer Vernehmung ging es im Wesentlichen darum, ob sie von Ruzicka als Privat- oder Geschäftsmann beauftragt worden war. Wirklich festlegen wollte sich die Zeugin dabei nur in Bezug auf die Arbeiten an der Immobilie in Kulmbach, die einen eindeutig privaten Hintergrund gehabt hätten.

Auch Oberstaatsanwalt Thoma musste heute in den Zeugenstand. Er sagte aus, was er über das Zustandekommen der anonym verfassten Strafanzeige vom Juli 2005 wusste. Für die Untreuevorwürfe neue Erkenntnise kamen dabei nicht zutage. mam
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