Aleksander Ruzicka muss weiter in Untersuchungshaft bleiben

Dienstag, 24. Februar 2009
Aleksander Ruzicka (re.) blitzt mit Haftbeschwerde ab (Bild: pdh-Foto / Wolfgang Hörnlein)
Aleksander Ruzicka (re.) blitzt mit Haftbeschwerde ab (Bild: pdh-Foto / Wolfgang Hörnlein)

Mit deutlichen Worten hat das Oberlandesgericht (OLG) in Frankfurt die dritte Haftbeschwerde von Aleksander Ruzicka verworfen. Der ehemalige Manager der Wiesbadener Mediaagenturgruppe Aegis Media muss also weiter in der Justizvollzugsanstalt in Weiterstadt einsitzen. Der zuständige Senat des OLG begründet seine Entscheidung abermals mit dem dringenden Tatverdacht und der "angesichts der hohen Straferwartung" bestehenden Fluchtgefahr des Angeklagten. In dem Beschluss nimmt das OLG auch Stellung zu der in der Haftbeschwerde angeführten Dauer der Untersuchungshaft, die inzwischen 28 Monat beträgt und von Ruzickas Strafverteidiger Marcus Traut als unzumutbar bezeichnet wird.  Der Ex-Aegis Manager wurde im Oktober 2006 festgenommen. Im Januar 2008 wurde gegen ihn und den einstigen Einkaufschef von Aegis David Linn das Verfahren vor dem Wiesbadener Landgericht eröffnet, das noch nicht abgeschlossen ist.

Das OLG führt die lange Prozessdauer allerdings nicht auf eine mangelhafte Prozessführung seitens der sechsten Strafkammer zurück. Vielmehr resultiere die Verzögerung auf den zahlreichen Beweisanträgen der Verteidigung und der späten Einlassung von Ruzicka selbst. Laut OLG-Sprecher Ingo Nöhre habe also das Verhalten der Verteidigung dazu geführt, dass das Verfahren so lange dauert.

  Seitens der Kammer am Landgericht mehren sich aber inzwischen die Zeichen, dass die Beweisaufnahme demnächst abgeschlossen und ein Urteil gefällt wird. Ruzicka wird 86 Mal der Untreue in einem besonders schweren Fall beschuldigt und soll bei seinem früheren Arbeitgeber 51,2 Millionen Euro veruntreut haben. Im drohen bis zu 15 Jahren Haft. ejej
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