Aleksander Ruzicka bleibt weiter in U-Haft

Freitag, 17. Oktober 2008
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Der der schweren Untreue angeklagte ehemalige Aegis-Manager Aleksander Ruzicka muss weiter in Untersuchungshaft bleiben. Das Oberlandesgericht (OLG) Frankfurt hat mit Beschluss vom 2. Oktober, der am heutigen Freitag der Verteidigung zugestellt wurde, die neuerliche Haftsbeschwerde von Ruzickas Anwalt Marcus Traut verworfen. Ruzicka sitzt seit Ende Oktober 2006 in Untersuchungshaft. Das OLG sieht weiterhin einen dringenden Tatverdacht und den Haftgrund Fluchtgefahr. "Nach der gebotenen Gesamtabwägung unter Berücksichtigung der bisher erlittenen Untersuchungshaft und einer etwaigen späteren Strafentlassung zum 2/3-Zeitpunkt spreche nach wie vor eine größere Wahrscheinlichkeit dafür, dass sich der Angeklagte im Falle der Freilassung dem weiteren Verfahren nicht zur Verfügung halten werde", heißt es in bestem Juristendeutsch in der Begründung.

Auch das Gebot der Beschleunigung des Verfahrens vor dem Landgericht Wiesbaden, dessen sechste Strafkammer den Fall verhandelt, sei nicht verletzt. Eine sachlich nicht gerechtfertigte Verzögerung sei nicht festzustellen und die weitere Planung der Kammer sehe eine zügige Weiterverhandlung vor.

Ruzicka wird vorgeworfen, gemeinsam mit weiteren Beschuldigten insgesamt rund 52 Millionen Euro bei seinem früheren Arbeitgeber Aegis Media veruntreut zu haben. Ruzickas Verteidigung hat bereits mehrfach vergeblich versucht, die Aufhebung des Haftbefehls gegen ihren Mandanten zu erreichen. Bei der letzten Ablehnung des entsprechenden Beschwerdeantrags waren Formfehler ausschlaggebend. mam
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