Agenturen setzen ihre Hoffnungen auf 2004

Donnerstag, 03. Juli 2003

Nach einem von Stagnation geprägten 1. Halbjahr rechnen die deutschen Werbeagenturen erst im Jahr 2004 mit einer spürbaren Verbesserung der Werbekonjunktur. Das ergab die diesjährige HORIZONT-Halbjahresumfrage unter den 20 größten Agenturen, die aus börsenrechtlichen Gründen erstmals keine Geschäftszahlen veröffentlichen durften.

Das verhaltene Neugeschäft im 1. Halbjahr reicht bei vielen Kommunikationsdienstleistern gerade aus, um die Ausfälle durch Budgetkürzungen auszugleichen. "Zudem fallen Entscheidungen zögerlich", beobachtet Holger Jung, Präsident des Gesamtverbands Kommunikationsagenturen GWA. Hinzu kommt, dass die Industrie weiter versuche, die Preise zu drücken. Für die Branche erwartet Jung eine Nullrunde. Von den Top-10-Agenturen rechnet nur McCann-Erickson mit einem guten Zuwachs. Auch bei Ogilvy & Mather könnte es erneut ein überdurchschnittliches Wachstum geben.

Alle Hoffnungen richten sich deshalb auf das nächste Jahr. "Die Unternehmen schieben wieder etwas an und kommen mit neuen Produkten raus", beobachtet McCann-Chef Helmut Sendlmeier. Gleichzeitig steige bei den Kunden die Bereitschaft, mehr für Imagewerbung zu tun, stellt Markus Reiser von Citigate SEA fest. Dies sind nur "kleine Lichtzeichen" (Holger Jung) - aber sie reichen aus, um die Gesamtstimmung deutlich anzuheben. Die Agenturen haben gelernt, mit der veränderten Marktsituation umzugehen. "Wir konzentrieren uns nicht mehr auf die Krise, sondern auf das Business, und den Kunden geht es ebenso", konstatiert O&M-Boss Lothar S. Leonhard. sib/hjs

Mehr dazu in der aktuellen HORIZONT-Ausgabe 27/2003, die am heutigen Donnerstag erscheint
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