Aegis Media fordert 31,5 Millionen Euro von Ruzicka und Co / Danone will siebenstelligen Betrag von Aegis Media

Donnerstag, 02. April 2009
Aleksander Ruzicka
Aleksander Ruzicka

Die Wiesbadener Agenturgruppe Aegis Media verlangt von ihrem früheren Chef Aleksander Ruzicka und weitere Beschuldigten in der Media-Affäre insgesamt 31,5 Millionen Euro zurück. Die entsprechenden Zivilklagen hat das Unternehmen Anfang der Woche eingereicht beziehungsweise auf den Weg gebracht. Von dem der schweren Untreue angeklagen Ruzicka fordert Aegis Media 20 Millionen Euro zurück. Auf den früheren Carat-Geschäftsführer Heinrich Kernebeck, gegen den demnächst ein separates Strafverfahren eröffnet werden soll, entfällt eine Forderung von 4 Millionen Euro. Von der Wiesbadener Agentur Wunschkind verlangt Aegis die Rückzahlung von 7,5 Millionen Euro. Wunschkind ging aus der Agentur ZHP hervor, über die laut Staatsanwaltschaft 9 Millionen Euro aus dem Vermögen von Aegis Media abgeflossen sind.

Die Ermittler werfen Ruzicka und Co vor, insgesamt 51 Millionen Euro bei ihrem früheren Arbeitgeber veruntreut zu haben. Der Prozess gegen den Ex-CEO wird am Montag kommender Woche fortgesetzt. Aller Voraussicht nach wird dann Staatsanwalt Wolf Jördens sein Plädoyer halten und eine hohe Haftstrafe für Ruzicka fordern. 

Unterdessen wurde bekannt, dass auch Aegis Media selbst mit Rückzahlungsforderungen konfrontiert wird, die noch aus der Ära Ruzicka stammen. Der Münchner Lebensmittelkonzern Danone verlangt von der Mediaagentur eine Konventionalstrafe in angeblich siebenstelliger Höhe von Aegis Media. Nach mehrfach gescheiterten Versuchen einer außergerichtlichen Klärung, zog Danone mit seiner Forderung vor das Münchner Landgericht.

Nach einer mündlichen Verhandlung erging nun dort ein schriftliches Teilurteil, das Aegis aber noch nicht vorliegt. Die Position der Agentur steht indes fest. Gegenüber HORIZONT.NET erklärte die Aegis-Sprecherin Judith Weiand: „Wir halten die Ansprüche von Danone für ungerechtfertigt und rechtsgrundlos und werden nach Vorlage des schriftlichen Teilurteils unsere Rechtsauffassung in den weiteren Instanzen auch entsprechend weiterverfolgen".


Grund des Rechtsstreits sind angeblich utopische Rabatte, die Ruzicka 2005 Danone schriftlich zusicherte. Damit konnte er den Etat des Konzerns zwar erfolgreich verteidigen, die eingeräumten Konditionen aber letztendlich nicht halten. Ende 2006 und damit wenige Monate nach der Inhaftierung Ruzickas löste Danone den Vertrag mit der Aegis-Tochter Carat und übertrug das Budget an die Düsseldorfer Mediaagentur Mediacom. mam/ejej  
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