Aegis: Entlassungen trotz Gewinnsteigerung

Donnerstag, 19. März 2009
Aegis-Chairman John Napier: "Positive Entwicklung in Deutschland"
Aegis-Chairman John Napier: "Positive Entwicklung in Deutschland"

Trotz der guten Bilanz für das Jahr 2008 will die Londoner Aegis-Holding in diesem Jahr ihre laufenden Kosten um rund 43 Millionen Euro (40 Millionen Pfund) senken. Deshalb kündigte Chairman John Napier in dem heute veröffentlichten Geschäftsbericht „den bedauerlichen, aber notwendigen Personalabbau von unter fünf Prozent in mehr als 40 Ländern“ an. Damit könnten seinen Angaben zufolge in diesem Jahr 21,4 Millionen Euro (20 Millionen Pfund) eingespart werden. Ein beträchtlicher Teil von den Stellen ist nach Angaben der Agentur aber bereits durch Umstrukturierungen abgebaut worden. Insgesamt sieht Chairman John Napier aber die Aegis-Holding, zu der die Medianetzwerke Carat und Vizeum sowie das internationale Marktforschungsgeschäft von Synovate gehören, gut aufgestellt, um „2009 ein robustes Ergebnis in schwierigeren Märkten zu erreichen“.

Das Ergebnis der Aegis-Gruppe vom vergangenen Jahr kann sich erneut sehen lassen. Der Gesamtumsatz stieg um 21,3 Prozent auf 1438,2 Millionen Euro (1342 Millionen Pfund). Unter Berücksichtigung der Währungsschwankungen beträgt die Zuwachsrate 10,1 Prozent. Der Geschäftsgewinn stieg sogar um bereinigte 10,7 Prozent (26,8 Prozent unbereinigt) auf 198,7 Millionen Euro (185,4 Millionen Pfund). Der Gewinn vor Steuern betrug im vergangenen Jahr 178,7 Millionen Euro (166,8 Millionen Pfund), was einer Steigerung im Vergleich zum Vorjahr von 9,3 Prozent (unbereinigt 25,7 Prozent) entspricht.

Die Marktforschungstochter Synovate erzielte im vergangenen Jahr einen bereinigten Einkommensanstieg von 10,3 Prozent auf 266,2 Millionen Euro (248,4 Millionen Pfund). Größter Umsatzbringer war aber auch 2008 die internationale Mediagruppe Aegis Media, zu der die beiden Agenturnetzwerke Carat und Vizeum sowie das digitale Netzwerk Isobar und die Tochter für Außenwerbung Posterscope gehören. Bereinigt um Wechselkursschwankungen stiegen die Revenues von Aegis Media um 10 Prozent (unbereinigt 24,8 Prozent) auf 882,9 Millionen Euro (823,8 Millionen Pfund).

Dieses Ergebnis sei unter anderem auf die die Etatgewinnen von 20th Century Fox, Mattel und Johnson & Johnson zurückzuführen. Der Löwenanteil in Höhe von 630,2 Millionen Euro (588,1 Millionen Pfund) entfällt bei Aegis Media auf die Märkte in Europa, dem Nahen Osten und Afrika (EMEA), wo die Umsätze um bereinigte 11,5 Prozent anstiegen. Die Revenues in Amerika lagen bei 179,3 Millionen Euro (167,3 Millionen Pfund) und in dem asiatisch-pazifischen Raum bei 73,3 Millionen Euro (68,4 Millionen Pfund).

Ausdrücklich weist Chairman Napier zudem auf die positive Geschäftsentwicklung in Deutschland hin, „wo wir ein starkes Wachstum in einem schleppenden Werbemarkt erzielten“. Ebenso betont der Holding-Boss, dass mittlerweile 29 Prozent des Gesamtumsatzes von Aegis Media aus dem Digitalgeschäft von Isobar stammten. Wie viele Topmanager hält aber auch er sich mit Prognosen über das laufende Geschäftsjahr zurück. „Die weltweite Wirtschaftslage wird uns alle beeinflussen und lässt sich derzeit nur schwer deuten“, sagt Napier. ejej
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