Aegis-Board mobilisiert Aktionäre gegen Bolloré

Freitag, 09. Juni 2006

Das Führungsgremium der Londoner Aegis-Holding warnt vor Groupe Bolloré. In einem öffentlichen Schreiben appelliert die Aegis-Führungsriege erneut an seine Aktionäre, sich gegen eine Einflussnahme der französischen Groupe Bolloré zu stellen. Zugleich legte das Board der Börsen notierten Aegis Group den Abstimmungsmodus für die alljährliche Hauptversammlung am kommenden Mittwoch fest. Demzufolge wird es keine Abstimmung über die einzelnen Anträge geben, wo jeder Aktionär nur über eine Stimme verfügt - gleichgültig wie groß sein Aktienpaket ist. Statt dessen sollen alle abgegebenen Stimmen zählen, wobei theoretisch jede Aegis-Aktie zu der Abgabe einer Stimme berechtigt. Damit will das Aegis-Board offensichtlich eine Stimmenmehrheit der französischen Groupe Bolloré verhindern, deren Eigentümer Vincent Bolloré derzeit mit 29,12 Prozent der Shares größter Anteilseigner von Aegis, aber zugleich auch größter Einzelaktionär der Pariser Havas-Holding ist. Deshalb befürchtet Aegis, dass Bolloré die Verschmelzung der beiden Kommunikationsholdings vorantreiben will, indem er Philippe Germond und Roger Hatchuel für den Verwaltungsrat nominierte. Das Aegis-Board, das selbst nur 0,03 Prozent der Shares hält, lehnt diese Kandidaten ab, da sie als Abgesandte eines Wettbewerbers in einem ernsthaften Interessenkonflikt stünden.

Ob Bolloré bei der Wahl des Verwaltungsrats auf die Unterstützung der anderen Großaktionäre von Aegis hoffen kann, ist fraglich. Laut einem Bericht der britischen "Brand Republic" werden sich die Investmentfonds Fidelity (9,29 Prozent) und Aegon (4,90 Prozent) wohl auf die Seite der Aegis-Direktoren stellen. Als viertgrößter Anteileigner bleibt dann nur noch der Investmentfonds Legal & General, der 3,85 Prozent der Aegis-Aktien hält. Die verbleibenden Shares und damit die überwiegende Mehrheit sind im Streubesitz. ejej

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