ADC: Unternehmensberater stellt dem Kreativclub schlechtes Zeugnis aus

Donnerstag, 09. Juni 2011
Viel Arbeit für ADC-Vorstandssprecher Jochen Rädeker
Viel Arbeit für ADC-Vorstandssprecher Jochen Rädeker

Der Art Directors Club für Deutschland (ADC) beschäftigt sich mal wieder mit sich selbst. Diesmal allerdings einigermaßen geplant. Nach Informationen von HORIZONT.NET hat eine Arbeitsgruppe einen externen Berater beauftragt, den Verband zu durchleuchten. Das Ergebnis liegt inzwischen vor und fällt wohl alles andere als schmeichelhaft aus. So ist zu hören, die angeblich 30.000 Euro teure Analyse bescheinige dem ADC ein unscharfes Profil und eine unklare Marschroute. Schlimmer noch: In Gesprächen mit den Vorständen hat sich offenbar ein alarmierendes Bild ergeben: Demnach empfinden zehn von zwölf Mitgliedern des Führungsgremiums die Zusammenarbeit als belastet und angespannt.

Verbandschef Jochen Rädeker will die Ergebnisse der Analyse nicht bestätigen – auch nicht, dass sie mithilfe einer externen Beratung gewonnen wurden. Allerdings räumt er ein, dass alle Aktivitäten des ADC auf den Prüfstand gestellt wurden. Das habe er bereits bei seiner Wahl zum Vorstandssprecher Ende vorigen Jahres angekündigt. Zu Details will er sich erst dann äußern, wenn konkrete Verbesserungsvorschläge auf dem Tisch liegen. Diese werden dem Vernehmen nach derzeit von einer Arbeitsgruppe auf Basis der Analyse des Beraters entwickelt. Wer dem entsprechenden Gremium außer Rädeker angehört, ist unklar. Ebenso, ob auch Nichtvorstandsmitglieder an Bord sind. Dies soll zumindest bei der ersten Arbeitsgruppe, die den Berater beaufragt hat, der Fall gewesen sein.

Fakt ist: Es besteht Handlungsbedarf, vor allem wegen der finanziellen Situation. Daraus macht selbst Rädeker keinen Hehl: "Es kann nicht sein, dass ein Verband, der Verluste macht, nicht alles dafür tut, das zu ändern." Der ADC hat nach 2010 auch dieses Jahr mit der Austragung seines Festivals in Frankfurt rote Zahlen geschrieben. Unklar ist derzeit, ob und welche Auswirkungen die Analyse auf die Geschäftsstelle des Verbands hat. Von einigen Stellen ist immer wieder zu hören, dass es dort größeres Einsparpotenzial gibt. Allerdings scheinen auch hier nicht alle Kritiker selbstlos zu handeln – wie schon bei der Kritik an der Vergabe des ADC-Kreativfestivals nach Frankfurt. mam
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