ADC-Chef Jochen Rädeker fordert mehr Einfluss für Kreative

Donnerstag, 10. Mai 2012
ADC-Chef Rädeker prophezeit Kreativen eine glänzende Zukunft
ADC-Chef Rädeker prophezeit Kreativen eine glänzende Zukunft

Der Art Directors Club für Deutschland (ADC) will einen neuen Versuch unternehmen, das Ansehen von Kreativen in der Gesamtwirtschaft zu verbessern. Zum Start des ADC-Werbefestivals, das Ende dieser Woche in Frankfurt stattfindet, kündigt Verbandschef Jochen Rädeker im Interview mit HORIZONT eine entsprechende Initiative an: "Unsere Kernbotschaft ist, dass die deutsche Wirtschaft ohne Kreativität nicht lebensfähig ist." Daraus leitet der 45-Jährige, im Hauptberuf Chef der Stuttgarter Designagentur Strichpunkt, die Forderung ab: "Mehr Einfluss für Kreative." Den Auftakt des geplanten Maßnahmenpakets bildet der ADC-Kongress im Rahmen des Werbefestivals. Er steht unter dem anspruchsvollen Motto "Ideen sind das Geld von morgen - Kreative als Vorboten einer neuen Ökonomie". Der Präsidiumssprecher ist zuversichtlich, mit dem Anliegen Gehör bei den Auftraggebern zu finden. "Viele Firmen haben im Zuge der Krise eingesehen, dass sie keinen unternehmerischen Erfolg mehr haben, wenn sie darauf verzichten, ihre Marke positiv aufzuladen." Für seine Branche sieht er deshalb glänzende Zukunftsperspektiven: "Ich bin davon überzeugt, dass der von uns vertretene Bereich der Kreativwirtschaft in den nächsten Jahren boomen wird", sagt Rädeker.

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Das vollständige Interview und weitere Hintergründe zum ADC-Festival lesen Sie in der HORIZONT-Ausgabe 19/2012 vom 10. Mai.

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Wie realistisch dieser Ausblick ist, ist umstritten. Agenturen und Werbekreative kämpfen seit Jahren gegen einen weiteren Bedeutungsverlust. Vor welchen Problemen sie dabei stehen, zeigt nicht zuletzt die immer wiederkehrende Vergütungsdiskussion. Viele Auftraggeber sind - zumindest aus Sicht der Dienstleister - nicht bereit, deren Ideen angemessen zu bezahlen. Jüngstes Beispiel ist die Debatte um das Vorgehen des Schuhhändlers Deichmann, der Agenturen eingeladen hatte, ihm zum 100. Firmengeburstags eine "Goldidee" zu schenken. Die Werber sind in diesem Kontext mit dem Vorwurf konfrontiert, dass sie durch ihre eigene Goldideen-Produktion - also Arbeiten, die ohne Kundenauftrag entstehen - mitverantwortlich für die Situation sind. mam
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