"1944": Bruder des legendären Apple-Spots "1984" aufgetaucht

Freitag, 04. Mai 2012
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Mit dem Spot "1984" hat Apple Geschichte geschrieben. Er gehört zu den berühmtesten Commercials weltweit. Jetzt ist offenbar ein bislang unbekannter Bruder des Werbeclips aufgetaucht. Neun Minuten ist das kuriose Werk "1944" lang, in dem auch der im Oktober vergangenen Jahres verstorbene Apple-Gründer Steve Jobs höchstpersönlich eine Rolle spielt - und zwar verkleidet als ehemaliger US-Präsident Franklin D. Roosevelt. Craig Elliott, Ex-Apple-Mitarbeiter und jetziger CEO des Cloud-Startups Pertino Networks, soll den Clip dem IT-Dienst "Network World" zugespielt haben. Mit dem kuriosen Mix aus Kriegs- und Zombiefilm soll Jobs alias Roosevelt Mitte der 1980er Jahre versucht haben, die Mitarbeiter seiner Verkaufsabteilung zu motivieren und auf den Kampf gegen den damaligen Hauptkonkurrenten IBM einzuschwören.

Der Spot zeigt Szenen, wie sie aus Filmen über den Zweiten Weltkrieg bekannt sind. In einer Sequenz (auch zu sehen im obenstehenden Teaser-Video) telefoniert Jobs mit einem General (gespielt vom ehemaligen Apple-Marketing-Chef Mike Murray). Jobs prophezeit ihm und seinen Soldaten einen langen und anstrengenden Kampf. Dass sie ihn aber gewinnen werden, sei keine Frage. "Great" werde der Sieg werden, so Jobs. Dann legt er auf, dreht sich zur Kamera und betont "insanely great". Auch eine legendäre Sequenz aus dem "1984"-Spot lässt sich finden. Doch anstatt die Videoleinwand zu zerstören, hat die junge Frau im Joggingdress mit ihrem überdimensionalen Hammer eine andere Mission.

Laut "Network World" ließ sich Jobs das Video 50.000 Dollar kosten. Es wurde, so der Branchendienst, für ein internes Mitarbeiter-Meeting 1984 auf Hawaii produziert und dort auch gezeigt. Elliott, der von 1985 bis 1996 bei Apple arbeitete, habe den Film bislang "noch nie irgendwo anders gesehen".

Mit dem legendären "1984"-Spot, den TBWA Chiat Day damals extra für den Super Bowl kreiert hatte, führte Steve Jobs im gleichen Jahr seinen Macintosh ein. Auch in dem zweiten Werk tauchen die Mikrocomputer auf. Sie erlösen die Büro-Zombies von ihrem tristen Dasein. 

Ein wenig merkwürdig ist es schon, dass der Film erst jetzt auftaucht. In Blogs wie beispielsweise Basic Thinking melden sich erste Zweifler zu Wort. Für die Echtheit des Videos spricht jedoch, dass der Film nur für interne Zwecke bestimmt und deswegen so lange in der Versenkung verschwunden war. jm
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