Spießer Alfons

Spießer Alfons

Spießer Alfons Repair-Produkte ohne Garantieversprechen

Donnerstag, 07. April 2016
Zauberkünstler sagen: Simsalabim! Oder: Abrakadabra! Oder auch: Hokus Pokus Fidibus! Und wie lautet das Zauberwort in der Werbung? Hier sagt man: Repair!

Sind unsere Schuhe kaputt, dann bringen wir sie zum Schuhmacher zur Reparatur. Und ist unser Auto defekt, dann lassen wir es reparieren in der Kfz-Werkstatt. Und wenn unser Handy seinen Geist aufgibt? Dann werfen wir es weg. Doch was ist, wenn wir selber kaputt sind? Klar, dann legen wir uns auf die Couch beim Psychotherapeuten. Oder wir begeben uns in ein Yoga-Meditations-Institut, um uns dort zu reparieren.

In ernsteren Fällen suchen wir allerdings eine Arzt-Werkstatt auf, also eine medizinische Reparatur-Praxis für kaputte Glieder und Innereien. Und wenn’s ein ernsterer Schaden ist, dann kommen wir ins Krankenhaus und hernach vielleicht sogar noch in eine Rehaklinik.

Wenn es allerdings nur unser Haar ist, das kaputt ist, dann gehen wir einfach in einen Drogeriemarkt und kaufen dort Hair-Repair, mit dem wir unser kaputtes Haar in Sekundenschnelle wieder gesund zaubern können, und sei es auch noch so angegriffen.
Die "erste Repair-Pflege" von Gliss
Die "erste Repair-Pflege" von Gliss
Und für die Fingernägel gibt es Nail-Repair. Und für die Haut gibt es Skin-Repair. Und für die Zähne gibt es Zahn-Repair. Und ist es nicht unser Körper, der kaputt ist, sondern die Bekleidung, die fusselt und verblasst ist, dann holen wir uns ein Repair-Waschmittel, nämlich "Perwoll Care & Repair" – siehe die Annonce!
Ob Haut, Haare oder Zähne: Für alles gibt es ein Repair-Produkt. Sogar alte Klamotten kann man mit einem Repair-Waschmittel wieder wie neu erstrahlen lassen!
Ob Haut, Haare oder Zähne: Für alles gibt es ein Repair-Produkt. Sogar alte Klamotten kann man mit einem Repair-Waschmittel wieder wie neu erstrahlen lassen!
Was der Spießer damit sagen will: Von Kopf bis Fuß kann der Mensch sich heute selber reparieren mit Hilfsmitteln aus den Läden für Verbraucher. Und eine Reparatur funktioniert wie von Zauberhand, wenn wir der Werbung und deren Konsumpoeten unseren Glauben schenken. Allerdings dienen alle Repair-Produkte nur äußerlichen Schönheitsreparaturen.

Wie aber schaut es aus mit Repair-Produkten für unser Innenleben? Gibt es auch ein Repair-Mittel für die geschädigte Leber? Oder für unsere Knochen, die Kalk angesetzt haben? Oder etwas, um unsere Gehirnzellen zu reparieren, wenn diese erkennbare Schwachstellen zeigen, die wir in aller Regel selber gar nicht erkennen ...?

Jawohl, liebe Lesergemeinde, das Mittel gegen kaputte Gehirnzellen gibt es! Nämlich: "BrainRepair", ein Aktiv-Gel, das alle Schäden in unserem Oberstübchen repariert! Dieses Gel enthält nicht nur pürierte Ginkgo-Blätter in biologisch konservierter Essenz, sondern auch naturreines Menthol und eisklaren Aquavit. Außerdem körpereigenes Encephalon-Schmalz, auf das der Spießer aber nicht näher eingehen will, weil er nicht weiß, woher dieser Stoff kommen soll. Ja, und BrainRepair wird auf die Stirn gerieben, und zwar so lange, bis man die Wirkung im Inneren seines Kopfes deutlich spürt, und zwar in beiden Gehirnhälften gleichermaßen.

Zielgruppe für BrainRepair: Alle Menschen mit Dachschaden. Und ganz gezielt für Konsumenten, die anfällig sind für Repair-Produkte. Ebenso für Textdichter, die all das selber glauben, was sie da ständig in der Repair-Werbung fabulieren. 

Die erste Anzeige für BrainRepair ist soeben erschienen, und zwar hier in HORIZONT – wenn Ihr Euer Augemerk bitte auf die Anzeige richten wollt!
Neu: BrainRepair – für Werbung gefährli-cher als ein Ad-Blocker!
Neu: BrainRepair – für Werbung gefährli-cher als ein Ad-Blocker!
Dieses Inserat ist die spießige Antwort auf alle Repair-Produkte, die so hilfreich sind wie Kontaktlinsen für den Blinddarm. Und so sinnvoll wie ein Strauß Pusteblumen, den man durch Fleurop verschickt.

Postskriptum: Obwohl die BrainRepair-Anzeige auf der vor Euch liegenden Seite platziert ist, weist der Spießer ausdrücklich darauf hin, dass alle Mitglieder der spießigen Lesergemeinde nicht zur Zielgruppe dieses Produktes gehören. Es sei denn, sie arbeiten für Repair-Produkte, die Haut, Haare, Zähne und Bekleidung reparieren sollen.

Spießer Alfons hat sich vor langer Zeit mal beim OpenBC angemeldet, dem Open Business Club im Internet, der inzwischen schon lange XING heißt und als soziales Netzwerk bekannt ist. Warum hat Alfons sich dort angemeldet? Ganz einfach: Weil es nichts kostet, solange man nicht den Komplett-Service in Anspruch nimmt.

Und was hat XING dem Spießer gebracht? Eigentlich nichts außer ein paar Anfragen von Leuten, die mit Alfons in Kontakt kommen wollten, warum auch immer. Aber, und damit kommt der Spießer zum Reason why seiner XING-Betrachtung: Soeben hat das  spießige Mitglied erkannt, dass man auf diesem Portal gaaanz viel Geld verdienen kann, jawohl!

An Spießer Alfons geschrieben hat nämlich John Koffi. Genauer: Dr. John Koffi aus Ghana. Und der möchte 10.000.000 US-Dollars mit Alfons teilen – wenn Ihr Euch die freundliche Offerte aus Afrika bitte mal anschauen wollt!
Warum Xing so unerhört gewinnbringend ist
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Wenn Ihr also demnächst auf die spießige Kolumne verzichten müsst, liebe HORIZONT-Leser, dann wisst Ihr zum einen, dass Alfons mit John auf XING geteilt hat. Und zum anderen, dass BrainRepair – siehe oben! – nicht gewirkt hat.

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