Spießer Alfons

Spießer Alfons

Spießer Alfons Das Mirakel der liebenden Kartoffeln

Mittwoch, 04. März 2015
Alberner Prolog: Zu Festen werfen Kartoffeln sich schick in Schale und lieben Miracel Whip. Wer möchte ihnen dann noch die Augen ausstechen ...?!

Wann, liebe Lesergemeinde, habt Ihr Euren Kartoffeln zuletzt in die Augen geblickt und die Erdknollen gefragt, was sie lieben ...? Klar, würdet Ihr so etwas machen, dann könntet Ihr womöglich in der Praxis eines Psychodoktors landen. Spießer Alfons weiß nicht, wo sich der Arbeitsplatz des Werbetexters befindet, der für Miracel Whip die Headline fabuliert hat: "Ihre Kartoffeln werden es lieben!" – siehe die Abbildung! Nein, dort steht nicht etwa: "Ihre Familie wird es lieben!" oder "Ihre Kinder werden es lieben!" oder "Ihre Gäste werden es lieben" – nein, sondern dort steht: "Ihre Kartoffeln werden es lieben!"
Kartoffel haben schließlich Augen!
Kartoffel haben schließlich Augen! (Bild: dfv)
Nun kennen wir den Klassiker der deutschen Werbung also lautend: "Katzen würden Whiskas kaufen!" Diese Schlussfolgerung des Textdichters lässt sich aber sofort beweisen, wenn man den Katzen dieses Futter vorsetzt und ein anderes daneben stellt: Geht die Katze spontan auf Whiskas los, dann liegt der Beweis auf der Hand, dass die Mieze es kaufen würde, wenn sie es denn könnte. Wie ist das aber bei der Liebe von Kartoffeln zu Miracel Whip ...?

Ob die Sohle so geriffelt ist, dass Hundehaufen daran komplett kleben bleiben?
Ob die Sohle so geriffelt ist, dass Hundehaufen daran komplett kleben bleiben? (Bild: dfv)
Und dann gibt es "Die erste Schuhserie für Hundebesitzer". Das ist endlich mal eine Innovation auf dem Schuhmarkt! Der Spießer ist sich sicher, dass bald auch die ersten Hausschuhe für Katzenliebhaber in die Läden kommen werden und ebenso Schuhe für Menschen in Häusern, wo die Kakerlaken auf dem Fußboden herumlaufen. Spießige Frage: Ob die Schuhe für Hundebesitzer vielleicht eine Sohle haben, an der die Hundekacke im kompletten Haufen kleben bleibt ...?

Ist Marlboro 100 Prozent frei von Schadstoffen - maybe?
Ist Marlboro 100 Prozent frei von Schadstoffen - maybe? (Bild: dfv)
Dass Rauchen krank macht, ist keine neue Erkenntnis. Und dass die "Maybe"-Werbung von Marlboro krank ist, wird wohl niemand abstreiten können. Was denkt der süchtige Konsument, wenn er vor so einem Plakat steht mit dem Text: "100% MAYBE FREE"? Vielleicht, dass die Zigaretten vollständig frei sind von Schadstoffen? Der Hinweis am Fuße der Päckchen sagt aber deutlich etwas ganz anderes, nämlich: "Rauchen kann tödlich sein", und zwar ohne Wenn und Aber oder Maybe. Was sollen diese Plakate eigentlich bezwecken? Man könnte daraus natürlich auch ablesen, dass der Raucher von seiner Sucht 100 % befreit werden könnte – möglicherweise.

Angelina Jolie unterwegs für Louis Vuitton: Barfuß und mit landesüblichem Dschungel-Make-up
Angelina Jolie unterwegs für Louis Vuitton: Barfuß und mit landesüblichem Dschungel-Make-up (Bild: dfv)
Im Jahre 2011 sahen wir Angelina Jolie auf einem Boot unterwegs in Kambodscha, fotografiert von Annie Leibovitz für eine Kampagne von Louis Vuitton. Womit dem Betrachter deutlich vor Augen geführt wird: Eine Frau kann in die ärmsten Länder der Welt reisen, barfüßig und in bescheidener Kleidung – aber niemals ungeschminkt! Und ohne eine Tasche von Louis Vuitton geht gar nicht, auch wenn es damals schon ein älteres Modell gewesen ist, das Angelina mitgeführt hatte.

Einem Beobachter der Werbeszene hat dieses Sujet ganz besonders gefallen, nämlich Reiner Zufall, dem berühmten PlagiArt-Direktor. Er setzte daraufhin eine Frau, Typ Biologie-Lehrerin, in ein Boot und ließ dieses in Brasilien fotografieren. Warum Brasilien? Ganz einfach: Weil der Kofferhersteller Rimowa dort seine Koffer herstellt.

Und der Anzeigenleser erfährt: "Rimowa wird einen Teil des Erlöses an die Organisation Saúde e Alegria spenden, um Projekte in der Amazonas-Region zu unterstützen." Das klingt zwar schön, lässt aber Fragen aufkommen und also lautend: Wie viel Geld von welchem Erlös in welcher Zeit? Und welche Projekte werden unterstützt – vielleicht eine neue Fertigungsanlage für Rimowa-Produkte ...?
Biologie-Lehrerin unterwegs für Rimowa. Mit im Boot: PlagiArt Direktor Reiner Zufall!
Biologie-Lehrerin unterwegs für Rimowa. Mit im Boot: PlagiArt Direktor Reiner Zufall! (Bild: dfv)
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