Jan-Piet  Stempels, Pitchberater

Jan-Piet Stempels, Pitchberater

Kampf um Etats Fünf Trends für den Pitch-Herbst

Montag, 08. September 2014
Den Agenturen steht mal wieder ein heißer Herbst bevor. Bis Jahresende werden viele Unternehmen ihre Etats neu ausschreiben. Doch wird dabei alles so laufen wie immer? Anscheinend nicht! Jan-Piet Stempels, Geschäftsführer der Beratungsfirma The Observatory International, sieht Anzeichen dafür, dass sich die Pitchkultur in Deutschland verändert.
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Jan-Piet Stempels Pitchkultur


Um noch vor Jahresende eine verbindliche Agentur-Entscheidung herbeizuführen, beginnt jetzt wieder eine Phase vieler Pitches. Dabei beobachten wir fünf Trends, die zeigen, dass beide Seiten immer aktiver und bewusster den Pitch als einen gemeinsamen Prozess verstehen und nutzen.

Eine neue Generation von Marketing-Entscheidern ist bereit, sich persönlich stärker zu involvieren und nicht nur passiv zu konsumieren. Dies führt natürlich auch zu einer erhöhten Erwartungshaltung an die Agenturen, die nicht nur in der finalen Präsentation überzeugen müssen.

Im aktuellen Geschehen äußert sich das in fünf Trends

1. Der Maschinenraum interessiert. Moderne Agentur-Credentials präsentieren nicht nur Arbeitsbeispiele, sondern zeigen transparent auf, mit welchen Prozessen und Tools die Agentur effizient arbeitet – und warum. 

2. Das Chemistry Meeting gewinnt extrem stark an Bedeutung. Die Profis auf Agenturseite nutzen das erste Treffen und präsentieren inhaltlich bestens vorbereitete Teams. 

3. Die Briefingkultur verbessert sich. Man benennt nicht nur sinnvolle Aufgaben, sondern formuliert zudem präzise und ausführlich, wie die Rolle der zukünftigen Agentur interpretiert werden soll und welche Erwartungshaltungen man an den Dienstleister hat.

4. Austausch statt Frontalbeschallung. Immer mehr Marketing-Entscheider haben das Potenzial von Workshop-Formaten innerhalb des Pitch-Prozesses erkannt, in denen man gemeinsam mit den Agenturvertretern relevante Fragestellungen diskutiert und beantwortet. 

5. Bei den finalen Präsentationen ändert sich die Themen-Gewichtung. Neben den zu erarbeitenden Lösungsansätzen steht immer mehr auch eine ausführliche Beantwortung der Frage im Fokus, wie sich die Agentur der anstehenden Aufgaben widmen will – inhaltlich und prozessual.

Pitch-Prozesse werden auf Unternehmensseite zudem immer häufiger als ein idealer Ausgangspunkt für eine kritische Überprüfung der eigenen Ziele und Strukturen erkannt.

Vielen Marketing-Entscheidern ist bewusst geworden, dass ein Agenturwechsel allein nicht alle Probleme der Vergangenheit lösen kann. Ein Quantensprung in puncto Qualität und Effizienz ist oft nur dann realistisch, wenn es die eigene Marketing-Organisation schafft, sich in einen permanenten Optimierungsprozess zu begeben – vor allen Dingen bei der Weiterbildung der eigenen Mitarbeiter (Briefing-Qualität, Kommunikations-Skills, etc.).

Auf Unternehmensseite tut sich einiges und stimmt optimistisch. Der anstehende Pitch-Herbst verspricht somit nicht nur potenzielle Etatgewinne für die Agenturen sondern bietet allen Playern eine realistische Chance, die Professionalisierung des Marketings spürbar weiterzuentwickeln.

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