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Teresa Ellmer ist Digitalstrategin bei Epic Berlin
Epic Berlin

Digital-Marketing Diese sieben Trends lassen 2018 die digitale Hütte brennen

Teresa Ellmer ist Digitalstrategin bei Epic Berlin
2017 ist fast rum und es ist viel passiert: Influencer lösen mit Unboxing Videos Stiftung Warentest ab,
Einhörner haben sich im Netz die Hörner abgetrended und dank "Game of Thrones" musste sich Facebook das ganze Jahr auf den Winter vorbereiten. Der ist jetzt da und deshalb ist es Zeit, mal ein Auge auf 2018 zu werfen: Teresa Ellmer, Digitalstrategin bei der Berliner Kreativagentur Epic erklärt, welche Trends im nächsten Jahr die digitale Hütte brennen lassen.
von Teresa Ellmer, Epic Berlin, Mittwoch, 20. Dezember 2017
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    1. PLAY-Ground Facebook

    Dass Videocontent der Star der Newsfeed-Manege ist, das ist nun wirklich kein Geheimnis mehr – wer jedoch weiterhin an der Spitze bleiben will, muss am Zahn der Zeit leben. Was bedeutet das für Video-Content? Wer an Videocontent denkt, der denkt an: Youtube, Vimeo, Vevo, Dailymotion und seit 2017 auch an Facebook Watch. Ein gelungener Move von Senior-Kollege Zuckerberg – er hat für ausgewählte Artists diese TV-ähnliche Option gelauncht, für die es 2018 einen Rollout geben wird. Außerdem führt Facebook neue Funktionen für Videokünstler ein, um noch mehr Aufmerksamkeit zu erregen und macht es ihnen so einfacher, entdeckt zu werden. Videoinhalte, die von Influencern erstellt werden, werden eine enorme Veränderung in der Distribution erfahren – anstelle von Marken, die Influencer-Kanäle nutzen, werden sie Influencer als Content-Ersteller einsetzen und werden so zu ihren eigenen Video-Produktionsfirmen. Was das für die Influencer, die Marken oder eben generell heißt? Gefragt sein werden eher Markenbotschafter mit hochwertigem Content, als welche mit nur hoher Reichweite.

    2. OK Google

    Alexa, Siri, Cortana, Google – plötzlich haben wir alle eine Dame unseres Vertrauens in der Hosentasche und erkundigen uns bei ihnen regelmäßig nach den besten Ramen Noodles in der Umgebung oder welche Geräusche ein Panda Bär von sich gibt. Und das ganz ohne dabei zu telefonieren.

    Die Autorin

    Teresa Ellmer findet es nötig, die Trends ihrer Branche und vor allem ihrer Generation zu kennen. Die junge Exil-Berlinerin arbeitet als Digital Strategin und Konzepterin bei der Berliner Kreativagentur Epic, die u.a. Marken wie Sternburg, Runners Point, Essence und Nacera betreut.
    Unsere Sprachassistenten befinden sich gerade in ihrer ersten Generation – 2018 wird sich vieles verändern und Siri & Co. haben dann auch so einiges mehr drauf, was bedeutet, dass wir fauler werden. Aber gut, das müsst ihr mit euch selbst ausmachen. Was für uns Marketingfritzen wichtig ist: Die bezahlte Suche wird Teil der Toolbox des Content-Marketings – die begehrten Top-3-Platzierungen in den Suchergebnissen werden für nahezu jedes Unternehmen das Ziel sein. Und dafür brauchen Unternehmen digitale Kommunikationsstrategien. Ja, das ist ein Wink mit dem Zaunpfahl.

    3. Ist organische Reichweite tot?

    Ja. Naja, nicht ganz. Sie winselt und stirbt den langsamen Tod. Kein Wunder, denn täglich ballern wir Millionen von Beiträge in unsere sozialen Netzwerke, mit dem Ziel, so viel organische Reichweite wie möglich zu erlangen. Natürlich wollen Twitter, Facebook und Instagram, dass dafür gezahlt wird.

    Die organische Reichweite wird einen starken Rückgang und somit das Outbound-Marketing einen massiven Aufschwung erleben. Wir müssen die Nutzer mit unseren Inhalten erreichen und dürfen nicht hoffen, dass sie uns irgendwo zwischen der Masse an Content finden. Die organische Reichweite nimmt ab und der Traum, an erster Stelle bei der Google-Suche zu stehen, wird für viele platzen. Wir investieren viel Zeit und Energie in Inhalte, wir wollen nicht, dass die dann nicht gesehen werden – deshalb müssen wir wieder effizienter arbeiten: Outreach kann über E-Mail, bezahlte Werbung, Influencer-Partnerschaften und mehr realisiert werden.

    4. Chatbots

    Wer in letzter Zeit seinen favorite Sneakershop oder Pizza Deliverer auf Facebook besucht hat, der kennt es ja vermutlich schon: die  Empfehlungen für neue Laufschuhe oder der Pizza-der-Woche-Deal kommen nun vom Kundenservice via Chat. Meistens ist dieser Mitarbeiter aber nicht Tom, sondern eher Tom 2.0 – der AI-betriebene Chatbot.
    „Wir müssen die Nutzer mit unseren Inhalten erreichen und dürfen nicht hoffen, dass sie uns irgendwo zwischen der Masse an Content finden.“
    Teresa Ellmer
    Die Konversationen sind immer noch relativ primitiv und daher noch nicht sehr willkommen, jedoch wächst die künstliche Intelligenz enorm schnell und 2018 wird sie vom Großteil der Nutzer akzeptiert werden. Viele große Marken arbeiten jetzt schon mit Chatbots und nächstes Jahr wird es ganz normal sein, seine Pizza Fungi bei Tom 2.0 zu bestellen. Es wird einfacher – vor allem über Facebook Messenger – sofort einsatzbereite Lösungen zu erstellen. Diese Technologien sind nicht nur für den E-Commerce-Bereich gedacht – sie entwickeln sich enorm schnell und kanalübergreifend weiter, da der automatisierte und immer intelligentere Chat zu einem Grundpfeiler der gesellschaftlichen und geschäftlichen Effizienz und des Engagements wird. Chatbots sind das Bindeglied zwischen skalierbarem Social, Lead Nurturing und Sales – für jedes Unternehmen findet sich eine andere Möglichkeit, sie spannend einzubauen und zu nutzen.

    5. Rich Media Shopping

    Der Anstieg des Rich-Media-Formats (AR, VR) wird ein umfassenderes Einkaufserlebnis ermöglichen als je zuvor – denken wir mal an CTA’s, die beim Scrollen oder Tippen auf verschiedene Elemente in einem Bild oder Video angezeigt werden. Und die sind erst der Anfang!

    Es gibt sie, die Lücke zwischen Interaktion und Kauf. Noch. Wer sie schließen, und die Distanz zwischen Inhalt und Produkten verringern will, muss nur eines tun: die Brand-Website und Social Channels mit virtuellen Elementen und Informationen bestücken und somit das Markenerlebnis geil machen! Easy as that. Gut, so einfach ist es nicht, aber dafür gibt es ja Profis, die Unternehmen mit revolutionären Marketingkonzepten vom schnöden E-Commercing abzuheben wissen und dem Nutzer genau das geben, was ihn wirklich abholt: Spiel, Spaß und Spannung. Und Sales.

    6. The Show must go on

    Klickt man sich durch die Vlogs im Netz, dann gibt es nahezu nichts, das es nicht gibt. Wir sind in der Zeit angekommen, in der von Grundschulkind bis Rentnerin alles auf YouTube zu finden ist und wir uns vor Tipps, Q&A’s und Unboxing-Videos kaum retten können.
    „Influencer Marketing ist nichts Neues, aber seine Graduierung von Marketing-Taktik zu Marketing-Essential ist eine neue Entwicklung sowohl für Unternehmen als auch für die Markenbotschafter selbst.“
    Teresa Ellmer
    Wer Content mit Qualität erwartet, der sucht im Netz nach hochwertig gemachten „Vlogs“. Wir definieren sie hier als eine Staffel oder Serie von Content mit einer fortlaufenden Erzählung zwischen den einzelnen Episoden. Die Vorteile dieser „Vlogs“ sind erhöhte Retention, Batch-Produktion, Sponsoring-Möglichkeiten, Mehrwert über eine längere Zeit und effektiv eine loyale Community aufzubauen. Wer Arbeit mit Qualität erwartet, der sucht sich eine gute Kreativagentur.

    7. Influencer Marketing

    Influencer Marketing ist nichts Neues, aber seine Graduierung von Marketing-Taktik zu Marketing-Essential ist eine neue Entwicklung sowohl für Unternehmen als auch für die Markenbotschafter selbst.

    Was am Anfang als Trend galt, ist heute eine der effektivsten Strategien: Influencer Marketing. Was aber in den letzten Monaten aufgefallen ist, dass Unternehmen dieses Konzept von Markenbotschaften auf „Augenhöhe“, wenn wir jetzt z.B. von Micro-Influencern sprechen, nicht wirklich verstehen. Wieso? Weil Marken den Influencern oft nicht vertrauen und sie ihnen von vorne bis hinten die To Do’s aufs Klemmbrett heften und dabei vergessen, dass sie genau das nicht machen sollten. Influencer sind als neue Berufsgruppe anzusehen, die ihren Job sehr gut verstehen – gebt ihnen Raum sich zu entfalten und bei dem Kampagnen-Setup mitzuarbeiten, denn so können noch bessere Zahlen erreicht werden.

    2018 wird Influencer-Marketing weiterhin wachsen und zunehmend auch im B2B-Bereich genutzt werden. Während Paid Social zunimmt und Unternehmen sich besser auf das Targeting und den verbundenen ROI konzentrieren können, werden Influencer ergänzend und authentisch neue Netzwerke erreichen. Auch wird das nächste Jahr das erste sein, in dem Influencer-Plattformen von Medien-Häusern übernommen werden, da nun eine gewisse Professionalität und Reife in diesem Bereich herrscht, den Influencer selbst besser beherrschen als viele Werber. Und die wollen den jetzt besetzten Markt zurück gewinnen. 

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