Award-Saison 2017 Acht versteckte Perlen, die ins Rampenlicht gehören

zusammengestellt von Bärbel Unckrich
Dienstag, 21. November 2017
Ein Highlight: Die Coca-Cola-Kampagne in Ägypten
Ein Highlight: Die Coca-Cola-Kampagne in Ägypten
© Coca-Cola

Wenn demnächst wieder die Zeit der kreativen Jahresrückblicke startet, werden vor allem die Kampagnen gefeiert, die bei Award Shows die Grands Prix oder gleich ein Dutzend oder mehr Preise abgeräumt haben. Daneben gibt es aber zahlreiche Arbeiten, die vielleicht nur einmal Gold oder Silber gewonnen haben und in der schieren Masse an großartigen Werbekampagnen schlichtweg untergegangen sind.

Bei den ausschließlich von Journalisten bewerteten Epica Awards konnte sich die HORIZONT Redaktion noch einmal einen Überblick über diese versteckten Kreativperlen machen. Dabei sind sieben Werbefilme und ein Musikvideo aufgefallen, die hierzulande bisher - völlig zu unrecht - noch keine große Öffentlichkeit erfahren. Was womöglich auch daran liegen mag, dass Werbung aus Ägypten, Nigeria und Norwegen nicht unbedingt bei den Deutschen auf dem Radar ist. Das sollte sich ändern, denn was FP7/CAI in Kairo, Try in Oslo, Noah’s Ark in Ikeja und die anderen Agenturen hier vorgelegt haben, ist großes Kino:

1.

"The line Up Song" von FP7/CAI in Kairo für Coca-Cola (Ägypten)

Um den Ägyptern die Aufstellung ihrer Fußball-Nationalmannschaft, die bei der WM 2018 erstmals nach sechs Jahren wieder bei einem großen Turnier teilnimmt, im Rahmen einer Werbekampagne näherzubringen, fehlte es zwar an Budget, nicht aber an Originalität. So entstand zusammen mit Sponsor Coca-Cola dieses herrlich skurille Musikvideo mit echter Ohrwurmgefahr.


2.

"Capture" von McCann Worldgroup in Bangkok für Verena International (Thailand)

Aus Thailand kamen schon einige bizarre Werbespots. Dieser Film steht der schrägen Tradition in nichts nach. McCann zeigt, wie man eine simple Idee auf völlig überdrehte Weise inszenieren kann.


3.

"Eat the Ice Cream“ von Lord Danger in Los Angeles für Halo Top Creamery (USA)

Halo Top Ice Cream ist seit ihrem Markteintritt in den USA auf ständigem Wachstumskurs. Kein Wunder, dass man davon nie genug bekommen kann: Das Produkt ist kalorien- und zuckerarm. Die schräge Kampagne von Lord Danger ist fast schon Anti-Werbung für Eiscreme. Aber genau das macht den Spot wiederum so gut.


4.

"Long time no see" von Brad in Montréal für Pendopharm (Kanada)

Viel pointierter kann man den USP seines Produktes nicht auf den Punkt bringen wie in diesem Spot. Die Kampagne für das Anti-Verstopfungsmittel Lax-A-Day zeigt, dass Pharmawerbung nicht langweilig sein muss und dass dieses heikle Thema sehr elegant und humorvoll umschiffen kann und trotzdem kapiert jeder sofort, worum es geht.


5.

"The big weep" von TRY in Oslo für DNB (Norwegen)

Auch hier wieder: Simple Idee, großartig erzählt und zudem noch basierend auf sehr wahren Insights. Die norwegische Agentur Try beweist einmal mehr ihren Sinn für großartigen skandinavischen Humor.


6.

"Lost" von Noah’s Ark Communications Limited in Ikeja für Airtel (Nigeria)

Wie sieht eigentlich Werbung aus Nigeria aus? Diese Frage wird wohl kaum ein deutscher Werber beantworten können. Noah's Ark Communication liefert die Antwort: Locker, beschwingtes Storytelling gepaart mit eingängiger Musik. Vielleicht kein Gold-Gewinner in Cannes, aber allemal sympathisch.


7.

"SickKids VS - Undeniable" von Cossette in Toronto für SickKids Foundation (Kanada)

Mit einem kraftvollen Musikvideo macht sich die kanadische Agentur Cossette für die SickKids Foundation bekannt. Hier wurde ein an sich trauriges Thema in ein Mega-Statement verpackt. Besser kann man eine Spendenkampagne kaum machen.


8.

"Kolshik" von Great Guns in London für Leningrad (Großbritannien)

Ein rückwärts gedrehter Film? Gab es doch schon zigmal. Darum geht es hier auch nicht primär, denn dieses Musikvideo für die rusische Band Leningrad kann man sich ohnehin sowohl rückwärts als auch vorwärts anschauen. Bemerkenswert sind die eindringlichen, teils verstörenden Bilder gepaart mit einer Musik, die unter die Haut geht. Achtung, das Video ist nicht jugendfrei!

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