"Shithole Countries" So kreativ reagieren Airbnb, Haiti und Namibia auf Donald Trump

Freitag, 19. Januar 2018
"Greetings from Shithole Island" - eines der Werbemotive, die die Agentur Parkour Studio kreiert hat
"Greetings from Shithole Island" - eines der Werbemotive, die die Agentur Parkour Studio kreiert hat
© Parkour Studio
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Donald Trump Haiti Afrika Brian Chesky


Vergangene Woche sorgte US-Präsident Donald Trump mit einer Aussage einmal mehr für Empörung, der Vorwurf gegen ihn lautet einmal mehr Rassismus. Medienberichten zufolge soll er in einem Treffen mit Senatoren verächtlich über Migranten aus Haiti, Afrika und El Salvador gesprochen haben. Trump habe demnach gefragt, warum die USA Menschen aus diesen "Drecksloch-Ländern" (Original: "Shithole countries") aufnehmen sollten. Das lassen zwei Unternehmen und eine Agentur nicht auf sich sitzen und haben sehr unterschiedliche, kreative Reaktionen parat.

1. Gondwana Collection Namibia

Die bislang aufmerksamkeitsstärkste Antwort auf den Ausspruch "Shithole countries" stammt von Gondwana Collection Namibia, das als größter namibischer Betreiber von Unterkünften gilt. Das Unternehmen veröffentlichte ein Video auf Youtube, in dem Trump eingeladen wird, "Afrika's Drecksloch-Land Nummer 1" zu besuchen - Namibia. In der Kreation taucht das Wort "shithole" unzählige Male auf und die Sehenswürdigkeiten und Besonderheiten des Landes werden allesamt als "Dreckslöcher" präsentiert. Drecksloch-See, Drecksloch-Elefant, Drecksloch-Wüste. Fun Fact: Der Off-Sprecher ist ein Trump-Imitator. Das Video wurde auf Youtube bereits mehr als 295.000 Mal aufgerufen und hat 2.000 Daumen hoch kassiert (Stand: 19. Januar, 11 Uhr). Der Spot erinnert sehr an die Viralhits, die Anfang 2017 das Netz begeisterten. Dort biederten sich erst die Niederlande bei Trump an, dann zog Jan Böhmermann mit "Germany second" nach.

2. Parkour Studio

Auch in dem zweiten potenziell als "Drecksloch" beschimpften Land Haiti hat man eine kreative Antwort parat. Dort startete die heimische Kreativagentur Parkour Studio eine Fundraising-Kampagne. Die Spenden werden dafür gesammelt, um Out-of-Home- und Print-Anzeigen in Washington D.C. zu schalten, die die Landschaften und Menschen Haitis zeigen - und die ebenfalls die Bezeichnung "shithole country" aufgreifen.

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Auf den Anzeigenmotiven, die bereits kreiert wurden, stehen Sprüche wie "Greetings from Sh**hole Island", "You bring the sunscreen. We bring the sh**hole" oder "A majestic Sh**hole awaits". Je näher die Agentur an ihr Spendenziel von 40.000 US-Dollar kommt, desto mehr Anzeigen werden in der amerikanischen Hauptstadt geschaltet. Bislang kamen fast 5.000 Dollar zusammen. Damit kann bislang eine Anzeige auf einer Plakatwand auf der Autobahn bezahlt werden.

3. Airbnb

Neben den Unternehmen aus Haiti und Namibia möchte auch Airbnb Trumps Aussage nicht unkommentiert stehen lassen und investiert Geld. 100.000 US-Dollar wurden für digitale Anzeigenplatzierungen ausgegeben, um Haiti, El Salvador und afrikanische Länder als attraktive Reiseziele zu promoten. Auf einer Ad steht zum Beispiel "Wir haben gehört, dass es ein unflätiges Interesse an diesen schönen Destinationen gibt. Africa. El Salvador. Haiti.". Dazu wurde die Anzeige mit dem Hashtag #Weaccept versehen. Airbnb setzt sich regelmäßig für Gleichberechtigung, Akzeptanz und gegen Diskriminerung ein, zum Beispiel für die gleichgeschlechtliche Ehe.

Brian Chesky, CEO des Community-Marktplatzes für Buchung und Vermietung von Unterkünften, setzte zudem einen Tweet ab, in dem er schreibt, dass 2,7 Millionen Gäste aus aller Welt die drei Länder bereits bereist und schön gefunden hätten. In weiteren Posts auf Twitter promotet er Kenya und Ghana als schöne Reiseziele. Diese Tweets wurden von der offiziellen Airbnb-Twitter-Seite retweetet und um weitere Destinationen ergänzt.

Trump hat sich mittlerweile von der "Shithole"-Aussage distanziert: Er habe beispielsweise nie etwas Abfälliges über Haiti gesagt - und er hätte eine wundervolle Beziehung zu den Haitianern. Außerdem spricht er davon, in Zukunft Meetings wegen mangelndem Vertrauen aufzuzeichnen. Ein Sprecher aus dem Weißen Haus bestritt die Aussage hingegen nichtbre
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