Filmakademie Baden-Württemberg Wie Filmstudenten mit Mafia-Klischees zum Gespräch über Alzheimer anregen

Donnerstag, 21. September 2017
Der Spot spielt mit den Klischees aus Gangster- und Mafiafilmen
Der Spot spielt mit den Klischees aus Gangster- und Mafiafilmen
© Filmakademie Baden-Württemberg

Heute ist Welt-Alzheimer-Tag. Aus diesem Anlass haben Studenten der Filmakademie Baden-Württemberg einen ungewöhnlichen Film gedreht, der zu mehr Kommunikation über die neurodegenerative Erkrankung anregen soll. Dabei spielt "Emilio" mit bekannten Klischees aus Gangster- und Mafiafilmen.
Der zweieinhalbminütige Film, der mit Unterstützung der Alzheimer-Gesellschaft Baden-Württemberg und des Kompetenzzentrums Demenz in Schleswig-Holstein entstanden ist, erzählt die Geschichte von einem Sohn, der ein unangenehmes Gespräch mit seinem Vater führen muss, das ihn viel Überwindung kostet. Doch bevor das eigentliche Thema zur Sprache kommt, kommt es zur bösen Überraschunng für Emilio. Die Botschaft am Ende des gut exekutierten Spots: "Sprich über Alzheimer bevor du vergessen wirst." Laut Regisseur Mario Dahl war es das Ziel, die Folgen fehlender Kommunikation in Bezug auf Alzheimer bewusst drastisch darzustellen: "Der Gedanke dabei war, eine fiktive, filmische Form zu finden, welche die Angst vor der Situation und die Folgen mangelnder Kommunikation verbildlicht. Um aufmerksam zu machen, muss man drastisch werden. Wer beschäftigt sich schon gerne freiwillig mit dem unangenehmen Thema Demenz?", so Dahl.
Der Mate-Spec-Spot der Studenten von der Filmakademie Baden-Württemberg hält
© Screenshot Youtube

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Man trage gern zur Verbreitung des mutigen Spots bei, sagt Sylvia Kern, Geschäftsführerin der Alzheimer Gesellschaft Baden-Württemberg. "Wir wünschen diesem ungewöhnlichen Denkanstoß viel Aufmerksamkeit, damit sich auch andere Zielgruppen als üblich mit dem Thema Demenz auseinandersetzen. Allein in Deutschland leben momentan 1,6 Millionen Menschen mit Demenz. Weltweit sind es etwa 46 Millionen.

Produziert wurde der Spot von René Colling und Marco Grönwoldt. Hinter der Kamera stand Valentin Lilgenau. Außerdem waren Charlotte Fleck (Maske), Nelly Hohmann (Kostümbild), Robin Harff (Ton und Sounddesign), Alexander David (Musik) sowie Elena Schmidt (Schnitt) beteiligt. tt
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