Filmakademie Baden-Württemberg Warum ein junger Werbefilmer einen schrägen Spot für neuseeländisches Bier dreht

Donnerstag, 05. Oktober 2017
In dem Spot von Lars Timmermann für Black Stallion ist wirklich gar nichts normal
In dem Spot von Lars Timmermann für Black Stallion ist wirklich gar nichts normal
© Filmakademie Baden-Württemberg

Wenn junge Werbefilmer im Rahmen ihres Studiums einen Spec-Spot drehen, dann meistens für große Marken, die ein scharfes Profil haben und beim Publikum bekannt sind. Lars Timmermann, der gerade sein letztes Jahr an der Filmakademie Baden-Württemberg absolviert, wählte für seinen jüngsten Film einen anderen Weg. Er inszenierte eine gänzlich unbekannte Craft-Beer-Brand aus Neuseeland - und das auf denkbar skurrile Weise.
Die Genese des Spots ist laut Angaben von Regisseur Timmermann tatsächlich ungewöhnlich. "Meine Kommilitonen und ich wollten keinen Spec drehen, sondern immer für ein echtes Produkt werben", erklärt der junge Werbefilmer. "Gleichzeitig wollten wir aber keinen Kunden am Set haben und haben deshalb nachgeschaut, welches Land am weitesten von Ludwigsburg entfernt ist. Und so kamen wir auf das 18.500 Kilometer entfernte Neuseeland." Nachdem das Land feststand, musste nur noch die Marke gesucht werden. Und da wollten Timmermann und sein Team die kleinste Firma suchen, die es am anderen Ende der Welt gibt. Gefunden haben sie die Horse Box Brewery, die tatsächlich von nur einem Mitarbeiter betrieben wird: Phil McArdle. Der Neuseeländer braut das Bier selbst und vertreibt es in zahlreichen Pubs im Umkreis. "Wir haben Phil kontaktiert, ich habe ein Konzept geschrieben und er war sofort an Bord", so Timmermann.

Mittlerweile ist der Spot im Kasten. Das Ergebnis ist ein genauso schräger wie sauber produzierter 30-Sekünder für die Marke Black Stallion, in dem eine Frau kurz vor der Geburt ihres Kindes steht. Als der Nachwuchs dann endlich da ist, überrascht nicht nur dessen Aussehen, sondern auch die Rasse des vermeintlichen Kindsvaters. Die sehr passende Botschaft am Ende des Spots: "Very dark taste."

Die Tagline wurde von Heimat-Copywriter Nicolas Blättry entwickelt. Als Producer waren Sebastian Raphael und Michaela Edl an Bord. Den Sound steuerte German Wahnsinn bei. Für das Casting ist Debeephunky verantwortlich. tt
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