BBDO New York Das bedrückende Anti-Mobbing-Experiment von Monica Lewinsky

Donnerstag, 12. Oktober 2017
Monica Lewinsky ist Initiatorin der Kampagne, die mit verstörenden Szenen aufwartet
Monica Lewinsky ist Initiatorin der Kampagne, die mit verstörenden Szenen aufwartet
© Screenshot Youtube

Cyber-Mobbing ist ein Thema, das besonders in den USA heiß diskutiert wird - und deshalb immer wieder Gegenstand von Werbekampagnen wird. BBDO New York legt anlässlich des "National Bullying Prevention Month" jetzt einen verstörenden Spot vor, der zeigt, wie digitales Mobbing in der echten Welt aussehen würde. Initiatorin der Kampagne ist Monica Lewinsky.
"In Real Life" heißt das Projekt und ist so etwas wie ein "Offline Experiment". Der zweiminütige Casefilm soll zeigen, was passiert, wenn Cyber-Bullying in die echte Welt auf den Straßen gebracht wird. Und diese Vorgabe erfüllt BBDO mit sehr eindringlichen und bedrückenden Szenen: Zu sehen sind mehrere Protagonisten an öffentlichen Plätzen, die aufgrund ihres Aussehens, ihrer sexuellen Ausrichtung und ihrer Religion von anderen aufs Übelste beleidigt und teilweise sogar zum Selbstmord aufgefordert werden. Das geht so lange, bis mutige Passanten vehement einschreiten. Während die Passanten nicht gecastet wurden, handelt es sich bei den Mobbern und Mobbing-Opfern um Schauspieler. Die Botschaft am Ende des Spots lautet: "Wenn dieses Verhalten im echten Leben nicht hinnehmbar ist, wieso ist es dann online so normal?" Diese Frage bildet gleichzeitig die Kernaussage der ganzen Kampagne und soll eine möglichst breite Masse in den sozialen Netzwerken auf das Problem aufmerksam machen. Denn Cyber-Mobbing ist deshalb so weit verbreitet, weil es anonym im Internet stattfindet und die Bullies sich hinter ihrem Computer verstecken können. Die Wirkung bei den Opfern wird deshalb jedoch nicht abgeschwächt.

Die Kampagne wird in den sozialen Netzwerken mit den Hashtags #ClickWithCompassion und #BeStrong verbreitet. Laut der Aktivistin Monica Lewinsky, die Ende der 1990er Jahre internationale Bekanntheit durch eine sexuelle Beziehung mit dem damaligen US-Präsidenten Bill Clinton erlangte und jahrelang selbst Opfer von Cyber-Bullying war, soll der Auftritt die Menschen wachrütteln und an die Bedeutung von empathischem und fürsorglichem Verhalten erinnern.

Bei BBDO New York zeichnen David Lubars, Greg Hahn (CCOs), Danilo Boer, Marcus Kothlar (Executive Creative Director), Bianca Guimaraes (Associate Creative Director, Art Director), Roberto Danino (Associate Creative Director, Copywriter), David Rolfe (Head of Integrated Production) und Angela Narloch (Executive Producer) verantwortlich. Produziert wurde der Spot von BBDO inhouse, Regie führte Win Bates. Die Postproduktion übernahm The Mill, die Musik kommt von Humantt
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